Stammesfremde, Kammerknechte, Sündenböcke

Stationen einer Randgruppe im mittelalterlichen Deutschland

Von Klaus Schröppel

Straßburger Muenster.jpg (37668 Byte)

Anhand dieser Darstellung könnten Sie leicht erkennen, um welche Randgruppe im mittelalterlichen Deutschland es sich handeln soll. Es sind die Juden.

Diese beiden Plastiken aus dem Straßburger Münster sprechen Bände über das Zusammenleben von Juden und Christen. Auf der eine Seite die Ecclesia, die christliche Kirche, mit erhobenen Haupt, Kreuz und Abendmahlskelch in den Händen schaut sie stolz zur Synagoge, dem jüdischen Gotteshaus. Diese Frauengestalt hat den Kopf gesenkt, die Lanze ist zerbrochen, die Augen sind verbunden und die Gesetzestafeln entgleiten ihr.

Ich möchte mich auf die Geschichte der Juden in dem Bereich, den wir heute Deutschland nennen, beschränken. Juden lebten nicht nur im Deutschen Reich, sondern auch in anderen Ländern, doch würde eine gesamteuropäische Betrachtung den Rahmen sprengen.

Als zeitliche Eingrenzung habe ich das Mittelalter gewählt. Über die äußerst schlimmen Verbrechen, die an Juden im 20. Jahrhundert verübt worden sind, wird sehr viel berichtet, geschrieben und im Fernsehen gezeigt. Aber die Ereignisse aus früheren Zeiten in der Geschichte scheinen manchen gar nicht so interessant zu sein. Doch ist der Antisemitismus der Nazis auch nicht vom Himmel gefallen, schon über Jahrhunderte hinweg hat es große Spannungen zwischen Juden und Christen gegeben. Der Ausgangspunkt dafür lag im Mittelalter.

Ich möchte allerdings jetzt nicht in eine theoretische Diskussion über die zeitliche Eingrenzung des Mittelalters einsteigen. Lassen Sie mich bei diesem Vortrag etwa im 8. Jahrhundert beginnen, enden möchte ich dann mit dem ausgehenden 15. Jahrhundert.

Stammesfremde Kammerknechte Suendenboecke

 

 

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