Die Fahrt der unendlichen Geraden und ewig langen Kurven

Werner Max
Werner - Yamaha Supertenere 750
Max - Yamaha 900 S Diversion
Mittwoch, 12. 08. 2009 KM-Stand 83686   416 km
Burgberg,
Missen,
Isny
Ravensburg,
Markdorf (Pause)
Überlingen,
Stockach,
Singen
Hüfingen,
Neustadt, Titisee,
Belchen
Neuenwang (Kuchen),
Müllheim,
Belfort,
Baumes les Dames
Karte 1
Karte 2
Zuerst dachten wir diese Fahrt würde überhaupt nicht stattfinden, weil Rudi und Hans nicht mitfahren konnten. Aber Werner hatte einen Fernsehfilm über Schlösser in Frankreich gesehen und wollte einige davon in natura betrachten. Also zu zweit auf an die Loire. Nachdem ich - allerdings vor langer Zeit - schon einmal an der Loire war, wollte ich noch einen kleinen Abstecher ins Massif Central machen.

Gegen 10:00 Uhr starten wir bei schönstem Wetter in Häuser und fahren zunächst auf bekannten Strecken bis Markdorf. Hier gibt es die erste Pause in einer Bäckerei, wo uns allerdings ein Wespenheer die Nahrungsaufnahme ziemlich schwermacht.

Heute fahren wir möglichst auch auf Autobahnen und sind bald in Hüfingen. Von dort über den Titisee nach Schönau, rechts ab zum Belchen, an dessen Fuß wir eine Kaffeepause einlegen. Ein schwarzwälder Motorradfahrer frägt uns, ob wir uns verirrt hätten und kann es irgendwie nicht glauben, dass wir auf der Durchreise so kurvige Strecken wählen.
Anschließend geht es über Müllheim, jetzt wieder auf der Autobahn, nach Frankreich. In Mulhouse besorgen wir uns zwei Straßenkarten und dann fahren wir den Doubs und seine Kanäle entlang bis wir in Baumes les Dames nach einer Unterkunft suchen. Mitten in der Stadt haben wir Glück und bekommen für 40,00 EURO ein Doppelzimmer im Hotel Central.

Die Hitze hatte uns durstig gemacht und wir gehen nach dem Duschen in eine Bar, wo wir den Durst und ersten Hunger mit einem Panachee und einer franz. Minipizza stillen. Die anschließende Suche nach einem ordentlichen Restaurant gestaltete sich schwierig und so gehen wir nach zwei Gläschen Rotwein leicht hungrig ins Bett.

Markdorf
Baumes les Dames

Hotel Central
Donnerstag, 13. 08. 2009 KM-Stand 84102   425
Baume les Dames
Besancon
Marnay
Pesmes
Pontailler sur Saone
Dijon
Pouilly-en-Auxois (Pause)
Avallon
Damecey sur le Vault
Vezelay
Clamecy
Donzy
Cosne-Court sur Loire
Chatillon s. Loire
Gien
Sully s. Loire
Chatenoy

Karte 3
Karte 4
Nach einem erstaunlich reichhaltigen Frühstück gehen wir auf die Autobahn nach Besancon, um bei Marnay wieder über Land zu fahren. Wir wollen die Autobahnschleife nach Süden abschneiden. Die Nebenstraßen sind gut hergerichtet, verlaufen in der Regel schnurgerade und man kann die erlaubten 90 kmh locker fahren. Es schien uns schneller zu sein, über Land zu fahren als dem Umweg der Autobahn zu folgen. Hier machen wir zum ersten Mal mit einem Phänomen Bekanntschaft, das uns noch öfter Schwierigkeiten bereiten sollte: Die Orte, die Michelin auf der Frankreichkarte als wichtig einzeichnet scheinen selten die Orte zu sein, die die Straßenbauämter auf den Wegweisern verzeichnen. Wir fahren deshalb häufiger Umwege, weil wir die richtigen Zielorte nicht finden.
Nebenbei bemerkt, die Franzosen müssen offensichtlich extrem hohe Strafen für zu schnelles Fahren zahlen, da sie sich entgegen früherer Erfahrungen sehr diszipliniert auf der Straße verhalten. Positiver Nebeneffekt, in fast jedem Ort funktioniert die Grüne Welle.
Auffallend ist, wie ausgestorben die kleinen Orte wirken und wie viele Häuser dort zum Verkauf stehen. Bei einem unserer unfreiwilligen Umwege über eine kleine Nebenstraße kommen wir nach Damey sur le Vault an unserem ersten Schloss vorbei, das wir allerdings nur über die Schlossmauer betrachten.
Bei Pouilly gehen wir wieder auf die Autobahn und machen kurz vor Avallon in einer Raststätte Mittagspause. Ab Avallon geht es wieder quer über Land zur Loire, an deren linkem Ufer wir uns Richtung Orleans vortasten. Dabei können wir unter anderem die schöne Silhouette von Gien bewundern. Wir kommen auch an unserem ersten von 4 Atommeilern im Loiretal vorbei. Interessant, dass die Franzosen zwar im Gegensatz zu den Deutschen (siehe Oberrheingraben) tektonisch ruhige Zonen für ihre AKWs bevorzugen, jedoch relativ dicht besiedelte Gegenden wählen, obwohl sie viele dünn besiedelte zur Auswahl hätten.
Am Wasserschloss von Sully s. Loire überlegen wir die erste Besichtigung, entscheiden uns jedoch für die Zimmersuche. Nach fast 30 km (Umleitung Richtung Orleans) finden wir in einer Lastwagenfahrerkneipe ein Zimmer - zuerst gibt uns der Opa ein winziges Zimmerchen für 39,00 Euro HP. Nach dem ausgezeichneten Abendessen, übrigens unserem ersten richtig französischen Essen mit 4 Gängen für 11,50 Euro, gibt uns die Enkelin für denselben Preis ein Apartment.

Straße bei Doncy

Gien

Sully s. Loire

Chatenoy
Freitag, 14. 08. 2009 KM-Stand 84803   276
Chatenoy
Orleans
Chambord
Amboise
Chenonceaux
Blere
Loches
Chatillon sur Indre
Azay le Ferron
Meziere en Brume
St. Martin
Le Blanc

Karte 5
Karte 6
Es gibt kaum Sicht am Morgen. Dichter Nebel begleitet uns bis zur Autobahn nach Orleans. In der Stadt ist es schon wieder sonnig und schön. Wir fahren bis zum Dom. Dort stellen wir die Motorräder ab. Aus dem Dom kommt eine Gruppe älterer Reisender auf uns zu und einige sprechen uns sofort auf unsere Kennzeichen an. Die Gruppe aus Regensburg machte eine Busreise ins Loiretal und offensichtich ist es wunderbar, wenn man knapp 900 km von zuhause einige Landsleute trifft.
Wir besichtigen den Dom, gehen anschließend zum Reiterdenkmal der Jeanne d'Arc und spazieren durch die Altstadt zu den Fahrzeugen zurück. Beim Weg aus der Stadt orientieren wir uns an der Loire und fahren auf der linken Seite des Flusses Richtung Chambord. Sieben km vor dem Schloss durchqueren wir ein Tor des Schlossgartens und fahren durch einen riesigen Wald, der das Schloss umschließt. Ganz abgesehen von dem Jahrmarkttreiben zwischen den Marställen und dem eigens für die Dienerschaft errichteten Dorf ist Chambord eines der eindrucksvollsten Schlösser, die an der Loire zu finden sind.
Wir machen uns auf den Weg nach Amboise. An einer Snackbar essen wir eine Kleinigkeit zu mittag und erreichen unser Etappenziel kurz vor 12:00 Uhr. Wir schlendern durch den Markt in der Hauptstraße und steigen dann zum Schloss hinauf. Die mehr als eine Stunde dauernde Besichtigung lohnt sich auf alle Fälle.
An diesem Tag muss Werner noch mehr Kultur ertragen. Das nicht weit von Amboise entfernt liegende Brückenschloss Chenonceaux, in dem unter anderen Katharina von Medici residierte, ist uns eine weitere Besichtigung wert.
Auf dem Weg nach Süden begleiten uns lange die Hinweisschilder "chambre d'hote" (Gästezimmer), aber wir wollen um 15:45 Uhr noch kein Zimmer für die Nacht. Wie am Vortag werden die Zimmeranzeigen plötzlich rar. An diesem Tag werden auch die Dörfer und, was wir nicht erwartet hatten, die Tankstellen sehr selten. Beide fahren wir auf Reserve und finden weder Tank- noch Bettstelle. Schnurgerade Straßen ziehen sich durch die Einsamkeit. Das Wagnis, ungefähren Angaben von Dorfbewohnern, wo eventuell eine Tankstelle sein könnte zu folgen, wollen wir nicht eingehen und hoffen, dass wir die nächste größere Stadt, Le Blanc, noch erreichen. Das Glück ist uns hold und wir können in dieser 7000 EW Metropole unsere Tanks füllen. Die Hoffnung, im einzigen Hotel der Stadt, dem Hotel du Theatre, ein Zimmer zu bekommen zerschlägt sich. Auf die Frage, ob man eine andere Unterkunft wisse, erhalten wir einen vagen Hinweis auf die Strecke Richtung Clermont Ferrand. Wir befolgen den Tip und finden zufällig das Manoir de la Presle , wo wir äußerst fürsorglich aufgenommen und betreut werden.Das schlossartige Anwesen besitzt eine alte Platanenallee zur La Creuse, an deren Ufer man idyllisch in die Stadt wandern kann. Auf Anraten der Hausfrau nahmen wir diesen Weg zum Abendessen, das wir in aller Ruhe bis 23:30 Uhr ausdehnten. Die Frau und ihr Ehemann machten sich inzwischen schon Sorgen, wir könnten ohne Taschenlampen nicht zurückfinden und erwarteten uns mit Handlampen am Ufer des Flusses. Man sah ihnen die Erleichterung an, als sie uns wohlbehalten im Scheinwerferkegel erkannten und die flapsige Bemerkung hörten, wir hätten uns für den Rückweg an den Sternen orientiert.

Dom in Orleans

Dom in Orleans

Johanna von Orleans



Chambord

Amboise

Chenonceaux
Samstag, 15. 08. 2009 KM-Stand 85115   312
Le Blanc
La Trimoulle
Le Dorat
Bellac
Limoges
Eymoutiers
Bugeat
Meymac
Bort les Orgues
Riom es Montagnes
Murat
Albepierre Bredons

Karte 7
Karte 8
Nach einem völlig unfranzösischen Frühstück im Tafelsaal (steinerne Tafel und Stühle mit hohen Lehnen) erhalten wir von der besorgten Madame noch Brioches als Wegzehrung und queren die Creuse in südlicher Richtung. Riesige Hochebenen erstrecken sich bis Limoges. Die Straße führt über weite Strecken durch Mais- und Sonnenblumenfelder. Sie verläuft jedoch durch so einsame Gegenden, dass man den Eindruck hat, ein Bauer, der diese Felder bearbeitet muss froh sein, wenn er sonntags in die Kirche gehen und andere Menschen sehen darf.
Kurz vor Limoges sehen wir ein Hinweisschild auf ein "Dolmen" und rechnen mit einem großen Denkmal. Bei den Hinkelsteinen angekommen, werden wir ein bisschen enttäuscht. Wir stören eine italienische Familie bei ihrer Brotzeit im Wohnmobil, indem wir mit den Bikes über die Wiese zum Fotografieren fahren, pausieren noch ein paar Minuten und fahren dann nach Limoges.
Die Stadt des Emails und Porzellans wollten wir eigentlich genauer anschauen. Wir fahren durch den Stadtkern, werden aber nicht zum Anhalten animiert: Die Stadt macht einen modernen, fast sterilen Eindruck. Wahrscheinlich versäumen wir einiges, weil wir die Altstadt und die Kathedrale mit den Emailarbeiten aus mehreren Jahrhunderten links liegen lassen.
Inzwischen haben wir die Ausläufer des Massif Central erreicht und fahren durch mehrere Fremdenverkehrsorte. In einem davon, Meymac, kaufen wir eine Auvergnekarte mit großem Maßstab und möchten eigentlich gern auf der Terrasse eines zentral gelegenen Cafes eine Kleinigkeit essen. Essen gibt nur für Stammgäste draußen - Fremde müssen drinnen essen. Das hätte uns warnen sollen - vor allem, da wir einige km später an schönen Ausflugsgaststätten vorbei kommen. Wir gehen rein und bestellen das Einheitsmenü, was eigentlich bisher immer gut war. Diesmal war es ein Fehler: Die Vorspeise, ein Salat "à la maison" war noch recht ordentlich, die Hauptspeise, Roastbeef, bestand aus 2 wunderbar aussehenden, dünnen Rindfleischscheiben, die außen gut angebraten waren und zur Mitte hin immer roter wurden. Man dachte, schon der Anblick einer Messerschneide ließe das Fleisch auseinander fallen - im Gegenteil: Schuhsohlen dürften weicher sein. Werner ließ beide Scheiben übrig. Als der Ober fragte, sagte ich ihm, das Fleisch sei zäh, was jedoch keine positive Reaktion hervorrief.
Wir verbuchen das Essen unter besondere Erlebnisse und tauchen in die jetzt motoradfahrerisch interessanteren Gegenden ein. Gut ausgebaute, lang gezogene Kurven und lange Gerade entlang von Berghängen verleiten immer wieder dazu die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten und bringen uns den Vulkankegeln der Auvergne schnell näher.
Murat, ein Fremdenverkehrsort mit malerisch gelegenem Fort und dessen Gegenpol, eine überdimensionale Marienstatue über der Stadt, schmiegt sich an den Nordwestabhang des Hochplateaus des Parc Regional des Volcans d'Auvergne. In Murat suchen wir ein Zimmer, finden jedoch nichts. Ein Schild "chambre d'hote" weist uns von der Hauptstrasse Richtung Plomb du Cantal mit seinen 1855 m Höhe. Nach ca. 10 km auf engen Straßen erreichen wir das angegebene Dorf und treffen auch gleich auf die Vermieterin. Leider haben sie und die Nachbarin nichts mehr frei. Also weiter nach Albepierre Bredons. Unsere zweite Nachfrage ist erfolgreich und wir bekommen ein Zimmer im "Le Plomb du Cantal", wo wir auch schön zu Abend essen. Ein Verdaungsspaziergang durch das Dorf zeigt, dass das ein Fehler ist. Es gibt ein tolles Dorffest mit einheimischen Spezialitäten, zu dem offensichtlich massenhaft Menschen aus der ganzen Region kommen. Leider sind wir total satt.

Trimoulle

Vor Murat

Pferdefarm auf der Hochebene

Erste Vulkankuppen der Auvergne
Sonntag, 16. 08. 2009 KM-Stand 85347   232
Albepierre
Murat
St. Flour
St. Just
Faverolles
Chaudes Aigues
Vezou
Pierrefort
Jou s. Monjou
Paulhence
Les Pomaredes
Albinhac
Brommat
Mur les Barrez
Vic sur Cere
Col de Fonjouquet
Pas de Peyrol
Dienne
Murat
Albepierre Bredons

Karte 9
Am Sonntag lassen wir unser Gepäck im Hotel und machen eine Rundfahrt durch die nähere Auvergne. Erste Station ist St. Flour, eine malerisch am Rand der Hochfläche gelegene Stadt mit einem ziemlich großen mittelalterlichen Kern. Viele Häuser sind noch mit dem schwarzen Volvic-Vulkanstein erbaut worden und so macht die Stadt einen unverdient düsteren Eindruck.
Nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung fahren wir zur Gorges de la Truyere. Beeindruckend, wie sich der Fluss in das Vulkangestein gefressen hat. Heute wird sein Lauf durch Staudämme zu einem km-langen See aufgestaut, an dem man auf netten und kurvigen Sträßchen entlang gondeln kann. Nach mehrmaligem Überqueren der Schlucht kommen wir nach Chaudes-Aigues, was soviel wie heiße Quellen heißen soll. Bei der Kirchenbesichtigung geraten wir in einen gut besuchten Gottesdienst. Wir streunen ein bißchen durch den Kurort und finden auch die Dorfquelle, wo das Wasser mit 83° C aus dem Felsen sprudelt. Anschließend essen wir noch eine Kleinigkeit und dann geht es weiter auf unserer Runde.
Kurz vor Jou sur Monjou cruisen wir über fast neue, jedoch relativ schmale Sträßchen Richtung Paulhence. In einem Waldstück übersehe ich das Warnschild für Rollsplitt und auch die ersten Rollsplittspuren in der darauffolgenden Kurve. Mit ca. 60 kmh steuere ich die nächste Kurve an und merke erst 15 m vor der Kurve, dass die 30 cm breite Rollsplit freie Bahn bei dieser Geschwindigkeit und dem Kurvenradius nicht reichen würde. Ich steige in beide Bremsen, die Maschine bricht hinten aus und kommt auch mit dem Vorderrad auf die Splitbahn. Ich schlittere in Schräglage und Sandbahnmanier auf die Kurve zu. Man sieht die Gefahr (50 cm tiefer Graben und Wurzelstöcken mit bis zu 15 cm Duchmesser auf der anderen Seite) erstaunlich klar auf sich zukommen und denkt, der Tag ist kaputt. Ganz automatisch schalte ich viermal herunter und erwarte den Sturz in den Graben ... Plötzlich fängt sich das Motorrad, mir scheint 10 cm vom Straßenrand entfernt, stellt sich auf, ich lasse die Bremsen los und kann im kleinen Gang aus der Kurve ziehen. Bewusst (absichtlich) möchte ich so eine Aktion nicht provozieren, da läge ich sicher mit dem 300-kg-Mopped im Graben. Werner sagte hinterher, ich sei schlitternd in einer Staubwolke verschwunden und plötzlich vorne wieder aufgetaucht.
Nach dem Motto, einen widerspenstigen Hengst, der einen abwirft sofort wieder reiten, fahre ich ohne Stopp weiter.
In Mandailles St. Julien machen wir eine Kuchenpause. Mein Französisch muss sich durch den Schock so verschlechtert haben, dass der Wirt weder das Wort gateau noch cafe verstand. Erst die Intervention eines Marokkaners führte zu einem befriedigenden Ergebnis. Beim Bezahlen gab es plötzlich keine Sprachprobleme mehr.

Jetzt geht es auf richtige Bergstrecken mit zwei Pässen, dem Col de Fonjouquet und dem Pas de Peyrol. Wunderbare Sicht und tolle Kurven erwarten uns.

St. Flour (vier Bilder)




Gorges de La Truyere



Montag, 17. 08. 2009 KM-Stand 85546   199
Albepierre
Murat
Neussargues
Moissac
Allanches
Marcenat
Condat
Champs-sur-Tarentaine-Marchal
Lanobre
La Pradelle
La Tour d'Auvergne
Mont-Dore
Orcival
Nebouzat
Olby
Mazaye
Vulcania
Orcines

Karte 10
Karte 11
Heute beginnt eigentlich schon die Heimreise. Wir fahren auf nahezu neuen Straßen durch das Hinterland an einer Holzkohlefabrik vorbei Richtung Condat. Das Landschaftsbild verändert sich ständig. Hochebenen wechseln mit Senken ab, die von erodierten Vulkankegeln umgeben sind. Der Himmel ist bedeckt und wir genießen die angenehmen Temperaturen. Kleine, touristisch ganz gut ausgebaute Orte liegen auf unserer Strecke. In einem davon, Lanobre, machen wir eine kleine Kaffeepause. Oberhalb der Ortschaft sehen wir etwas, was in Deutschland nicht mehr übich ist: Mutterkuhhaltung mit Stier auf der Weide. Einige km weiter umrunden wir zwei Berge, die sich als Reste eines Kraterrandes entpuppen.
Dann weiter zum Tour d'Auvergne am Fuße des Mont Dore. Der Ort selbst erinnert von der Infrastruktur her stark an Karlsbad. Wir fahren hinauf zur Talstation des Mont Dore. Es zieht immer stärker zu und wir verbringen eine Stunde beim Mittagessen. Bei der Abfahrt regnet es richtig. Rein in die Regensachen und durch den mondänen Fremdenverkehrsort. Ein Gewirr an Einbahnstraßen zwingt uns nach einer falschen Abfahrt zu einer zweiten Stadtrundfahrt.
Nach wenigen Kilometern erreichen wir den Wallfahrtsort Orcival, wo wir die Wallfahrtskirche anschauen wollen. Bei dieser Gelegenheit können wir auch die Regensachen wieder verstauen. An der Außenwand der Kirche sind Ketten von Gefangenen angebracht, die ihre Freilassung Maria zu verdanken glauben. Die Wallfahrtskirche, Cathedrale Notre-Dame-des-Fers, ist eine der schönsten auvergnatischen Kirchen. Sie beherbergt hinter dem Hochaltar die Muttergottes von Orcival, die Patronin der Gefangenen.
Es ist bereits 14:30 Uhr und wir wollen eigentlich noch in das "Museum" Vulcania, nordwestlich von Clermont-Ferrand. Die Beschilderung führt uns auf einen kleinen Umweg und so wird es fast 16:00 Uhr bis wir dort ankommen. Wie sich jetzt herausstellt ist es ein Vergnügungspark mit pädagogischen Zielvorstellungen. Wir gehen rein und stehen gleich mal eine halbe Stunde an der ersten Attraktion an. Bis 18:00 können wir noch drei weiteren Vulkan- und Erdplatten- verschiebungsfilmen beiwohnen - gut und interessant gemacht. Besondere Attraktion ist bei einem Film, dass zum Visuellen noch das Sensorische kommt - auf der Leinwand schlängeln sich Schlangen aus dem Gestein, gleichzeitig streichen feine Luftströme an den Beinen entlang: In kurzen Hosen ein komisches Gefühl. Dann wird es uns zu viel und wir machen uns in Richtung C.F. auf Zimmersuche.
Nach einer vergeblichen Anfrage bekommen wir im Nobelhotel Relay de Puys ein ruhiges Doppelzimmer und im Garten ein Abendmenü.

Marcenat

Lanobre


La Tour d'Auvergne



Orcival

Dienstag, 18. 08. 2009 KM-Stand 85796   260
Orcines
Clermont Ferrand
Thiers
Chabreloche
St. Just en Chevolet
Roanne
Thizy
Cours
Belmont de la Loire
Le The
Les Echarmeaux
Belleville
Chatillon s. Chalaronne
Bourg en Bresse

Karte 12
Karte 13
Auf dem kurzen Weg nach C.F. ziehen wir gleich die Ausgehhosen unter die Motorradkluft. Nach längerem Suchen finden wir endlich das Stadtzentrum, stellen die Motos ab, legen die heißen Sachen auf die Geräte und erkunden die "Schwarze". Nur noch wenige Gebäude sind aus Volvic-Gestein gebaut und so verdient die Stadt heute diesen Namen nicht mehr. Es ist eine sehr freundliche, lebendige Großstadt mit einem ausgesprochen herzlichen Flair. L'Usine (die Fabrik Michelin) ist im Stadtbild allgegenwärtig, aber keineswegs störend. Wunderschöne Altstadtgassen wechseln mit modernen Zweckbauten ab. Pflicht ist es in der Hauptstadt der Auvergne das Reiterstandbild des Vercingetorix - einem keltischen Heerführer gegen die Römer - im Zentrum der Stadt zu besichtigen. Die Place de Jaunde bietet mit zwei Standbildern und einer Reihe von Springbrunnen ein Ambiente zum Bummeln und Relaxen.
Doch wir müssen weiter, wenn wir nicht noch einige Tage an unsere Reise anhängen wollen. Wir fahren durch Thiers, die Stadt der Messerschmiede.
Wir durchqueren abwechslungsreiche Landschaften und sehen im Laufe des Nachmittags immer wieder Schilder mit Gästezimmern. Vor allem im Beaujolais scheint kein Mangel daran zu herrschen. Kaum sind wir jedoch hinter Belleville, gibt es weder Hotel noch Gästezimmer und der Abend naht. In Chatillon sur Chalaronne tanken wir und ich frage die Dame an der Kasse, ob sie eine Übernachtungsmöglichkeit wisse. Sie wollte uns nach Macon schicken, was zu weit von unserer Route weg lag. Also weiter auf unsrer Tour bis Bour en Bresse einer Stadt, in der Hotels wieder häufiger vorkommen.
Wir checken im Logis de Brou ein und machen uns auf den Weg zum Abendessen. Dabei schlagen wir offensichtlich die falsche Richtung ein und kommen aus der Stadt raus. Positiv dabei ist, dass wir die wunderschöne im gotischen Flamboyant-Stil erbaute Klosterkirche in voller Abendsonne bestaunen können. Diese Kirche ließ Margarethe von Österreich als Grabkirche für ihren geliebten Gatten Philipp den Schönen von 1513 bis 1532 erbauen, der bald nach der Hochzeit bei einem Jagdunfall ums Leben kam.
Wir finden dann noch eine einfache Wirtschaft, wo wir zwar nicht besonders gut, aber ausreichend viel zu essen bekommen.

Motos mit Häs

Dom

Schwarze Madonna

Stadtverschönerung in C.F.

Belleville
Mittwoch, 19. 08. 2009 KM-Stand 86123   327
Bourg en Bresse
Pont d'Ain
Poncin
Montreal la Clus
Oyonnax
Dortan
St. Claude
St. Laurent
Lac-des-Rouges-Truites
Les Planches en Montagne
Mouthe
Pontalier
Morteau
Le Russey
Maiche
St. Hippolyte
Pont de Roide
Valentigney
Audincourt
Delle
Seppois le Bas
Ueberstrass

Karte 14
Karte 15
Karte 16
Der Tag beginnt mit dem Problem, das uns auf der ganzen Tour begleitet - wir finden die Orte auf unserer Karte nicht auf den Wegweisern. Also, statt wie geplant direkt nach Osten zu fahren, machen wir einen Umweg nach Süden. Die schönen, kurvigen Straßen entschädigen uns. Die erste Pause machen wir in Oyonnax, einem Sportzentrum des französischen Jura.
Wir schängeln uns über super Straßen an der schweizer Grenze entlang und kommen abends in Seppois le Bas an. Der Wirt des Dorfgasthauses verspricht uns ein Zimmer am See in etwa 3 km Entfernung. Es handelt sich um das Blockhaus seiner Schwägerin in Ueberstrass. Ein Spaziergang durch das Dorf zeigt, dass auch hier jedes 3. Haus zum Verkauf steht.

Oyonnax

Maiche

Ueberstrass
Donnerstag, 20. 08. 2009 KM-Stand 86474   351
Ueberstrass
Seppoi le Bas
St. Louis
Lörrach
Rheinfelden
Bad Säckingen
Waldshut
Thiengen
Tengen
Stockach
Überlingen
Markdorf
Ravensburg
Wangen
Malleichen
Gestraz
Sibratshofen
Immenstadt
Häuser

Auf dem Heimweg machen wir noch zweimal Pause. Einmal in Blumberg bei Thiengen im Garten des Hotels Bibermühle (nobel) und schließlich in Malleichen (rustikal). Es war wieder eine wunderschöne Fahrt.
Karte 17
Karte 18
Karte 19