Rudis Moto Guzzi Steel 1100
Werners Super Tenere 750
Hans' Suzuki 750
Max' Yamaha 900
Wichtige Stationen Strecke und Besonderheiten
Bilder
Dienstag, 15.8.2006  179 km  
Stein, Burgberg,
Sonthofen
Jochpass

Tanken in Tannheim
Pfronten
Marktoberdorf
Schongau
Weilheim
Starnberg
München Ostbahnhof

Treffen um 13:30 Uhr in Sonthofen bei Rudi. Abfahrt bei trockenem Wetter über den Jochpass durch die Enge nach Pfronten. Dort Kaffee und Kuchen im Überfluss bei Doris und dann ab nach München

Am Ostbahnhof noch eine Leberkäsbrotzeit und anschließend Verladung der Mopeds auf den Autozug nach Neapel. Abfahrt 20:37 Uhr

Am Ostbahnhof


Abfahrt in Sonthofen



Im Zug

Mittwoch, 16.8.2006  158 km  
Napoli Statione centrale
Vesuvio
Nocera
Castel S. Giorgio
Fisciano
Serino
Monte Felascosa Montella
Santuario SS. Salvatore
Bagnoli Irpino
Ankunft in Neapel um 10:30 Uhr ohne Frühstück. Im Bahnprospekt steht u.a. "... Frühstück erhalten nur Gäste im Schlafwagen." Dafür müssen wir eine halbe Stunde warten bis die Anhänger im Verladebahnhof eintreffen und können uns mit Orangensaft stärken.

Kaum haben wir die Maschinen, geht es sofort los. Es wäre so einfach: Zweimal links und du bist auf der A 3 Richtung Salerno. Mäxle fährt natürlich zweimal rechts und wir durchqueren Napoli City ehe wir besagte Autostrada erreichen.
An der Ausfahrt Ercolano geht es rauf auf den Vesuvio. Rudi und Werner sparen sich bei der Hitze (über 30° C) den halbstündigen Aufstieg und erwarten die beiden anderen in einem Ristorante (Bellavista).
Nach der Brotzeit um 15:30 Uhr wieder auf die A 3 bis Nocera, tanken und queren zur E 841. Ausfahrt Serino bringt endlich Mopedstraßen über den ersten Pass auf 1368 m. Landschaftlich wunderbare Fahrt bis Montella, einem freundlichen Städtchen und dort auf den kegelförmigen Berg, dessen Spitze das Santuario SS. Salvatore bildet. Im Dämmerlicht geht es runter nach Bagnoli, wo wir den Agriturismo "Capitano" finden.
Nach dem schmackhaften Abendessen und einer intensiven Unterhaltung mit Il Capitano, gehen wir noch die 1,5 km ins Dorf, wo ganz groß das Patroziniumsfest gefeiert wird.


Vesuvio



Vesuvio con Napoli


Schichtvulkan
Donnerstag, 17.8.2006  173 km  
Bagnioli
Villaggio Laceno
Passo Monte Oppido
Nebenwege nach Materdomini
SS 91 nach Laviano
Muro
SS 381 Passo delle Crocelle
San Fele
Atella
Rionero
Laghi di Monticchio
Monticchio Bagni
Melfi
Rionero in Vulture
Links der aufstrebende Fremdenverkehrsort Laviano.
Der Capitano war schon um 5:00 Uhr unterwegs und überraschte uns nach dem Frühstück mit einem Hühnerei großen Trüffel.
Der Weg nach Laceno war den Einheimischen scheinbar nicht bekannt. Einsame Passstraße in ein Hochtal, in dem offensichtlich neben extensiver Weidewirtschaft noch Sportreiten und im Winter Skifahren angesagt ist.
Auf der Weiterreise ignorieren wir - wie schon öfter - ein Durchfahrtsverbot. Diesmal ist wirklich Ende. Ein netter Pilzesammler nötigt uns zum Hinterherfahren und bringt uns nach Materdomini.
Von dort über klassische Kurvenstrecken nach Muro. Dies ist ein sehr interessantes Städtchen, das sich an eine steile ca 200 m hohe, halbkreisförmige Felsmauer schmiegt. Wir suchen die Zufahrt zu einem Aussichtspunkt und müssen durch schmale Gassen manövrieren. Zum Aussichtspunkt fährt uns ein älterer Mann nach und erzählte, sein Vater habe in Deutschland gearbeitet. Für uns wird es unangenehm als er auf die Frage, wo er denn gearbeitet habe antwortete, das sei in einem Zwangsarbeiterlager während des Krieges gewesen. Unsere mangelnden Sprachkenntnisse verhindern, dass wir unser Bedauern deutlich machen. Er hegt jedoch offensichtlich keine Vorbehalte gegen alle Deutschen und verabschiedet uns freundlich.
Auf dem Passo delle Crocelle machen wir im Ristorante "Aqua del foggia" mittag. Der Wirt setzt uns Antipasto vor. Zuerst sind wir vom Plastikgeschirr und von den -bechern enttäuscht, werden jedoch durch Menge und Qualität der Speisen wieder entschädigt und der Preis stimmt auch.

Weiter fahren wir bis Rionero und dann auf den Vulture (erloschener Vulkan), in dessen Krater die Laghi di Monticchio zum Baden einladen. Wie immer badet das wasserscheue Volk nur den Magen in Wasser, Kaffee und Panasch, während sich Hans mit einer Kioskbesitzerin anlegt und dann reisen wir nach Melfi.
Hier erwartet uns ein schwieriges, kulturelles Ereignis: wir besuchen die archäologische Ausstellung im Castello Normanno Svevo, deren Exponate leider nur italienisch beschrieben sind.
In Rionero finden wir in der Albergo "La Pergola" Unterkunft und machen nach dem Abendessen auf der Suche nach Gelati einen Spaziergang in die Altstadt. In einer Pizzeria bestellen wir Panasch (Birra e lemonata mista) als der junge Ober frägt, ob wir große oder kleine Radler wollen. Wie sich herausstellte wuchs der junge Mann in Deutschland auf und musste mit den Eltern nach Italien zurück - wovon er irgendwie nicht so begeistert war.


Bei Atella


Muro


Melfi - Burg mit Kathedrale


Melfi


Laghi di Monticchio
Freitag, 18.8.2006  215 km  
Rionero
Castel Lagopesole
San Nicola
Vaglio Basilicata
Tricarico
Miglionoco
Matera
Madonna del Monaci
Masseria S. Lucia
Pomarico
Masseria le Baracche
Pisticci
Agriturismo Il Calanche
Von Rionero fahren wir auf der Nebenstraße nach Castel Lagopesole. Wir besichtigen das Jagdschloss Friedrich II und Karl I. von Anjou.
Anschließend gehen wir sofort auf die SS 658, um heute Strecke zu machen. Sobald wir jedoch die Hauptstraße verlassen, ist es aus mit Strecke machen: landschaftlich wunderschön, aber vom Straßenzustand übel - bis zu 30 cm tiefe Löcher im Belag.
In Tricarico machen wir Pause, werden gleich von 3 Leuten angesprochen, die selbst oder deren Verwandte in Deutschland gearbeitet haben. Außer Max ißt keiner etwas, was abends noch einige reuen wird.
Auf der SS 7 fahren wir ganz alleine Richtung Miglionoco. Kein Wunder, es hat 42° C und wir müssen die Visiere schließen, da uns bei höheren Geschwindigkeiten Schwaden heißer Luft entgegen wehen. Wir würden eigentlich gerne vor Grottole links zum Lago di San Giuliano abbiegen, ein ehemaliger Gastarbeiter rät uns jedoch dringend von der Route ab und wir lassen uns dummerweise beeinflussen, was dazu führt, dass wir gar nicht mehr an den See kommen.
In Matera angekommen, bietet uns ein freundlicher Busfahrer an, uns zu den Sassi zu bringen. Am Eingang der Sassi fängt uns ein perfekt deutsch sprechender junger Mann ab und will uns eine Führung für 25,00 EUR pro Nase aufdrängen.
Matera ist seit der Jungsteinzeit besiedelt und somit eine der ältesten Städte der Welt. Berühmt ist sie heute hauptsächlich durch die Sassi, deretwegen Matera 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die Sassi sind drei Stadtteile, die seit Jahrhunderten die arme Bevölkerung aufnahmen. Häuser waren Höhlen, die in den relativ weichen Fels gehauen wurden oder natürliche Karsthöhlen waren. Noch 1950 lebten 18.000 Menschen in diesen feuchten Unterkünften unter hygienischen Bedingungen wie in der 3. Welt. 1952 wurde ein Sondergesetz zur Errichtung moderner Wohnviertel erlassen und die Sassi leerten sich. Inzwischen siedeln sich gastronomische Betriebe und Handwerksbetriebe an.
Auf der Weiterfahrt wollen wir noch mal zum Lago di S. Giuliano, finden aber nur die Ausfahrt nach Osten Richtung Montescalioso. Auf dem Schwenk nach Westen durchreisen wir ein trockenes, großflächig bewirtschaftetes Gebiet, das noch den Anschein der Latifundienwirtschaft erweckt: Einfache Landarbeiterunterkünfte und zerfallene Herrengehöfte.
Auch jetzt ist uns der Weg zum See versperrt und wir wenden uns nach Pomarico, einer wunderschönen, einsam gelegenen Höhenstadt. Am Rückweg aus dem Centro Storico verfehlen wir die Strecke nach Bernalda, die bis fast nach Pisticci auf einem Höhenrücken verläuft. So nehmen wir die E 84 bis zur Ausfahrt Pisticci, durchqueren eine vom Wasser zerfurchte, jetzt ausgetrocknete "Mondlandschaft" und erreichen den Agriturismo "Il Calanche".

Lagopesole


Sassi di Matera


Sassi di Matera


Masseria di S. Lucia


Il Calanchi

Samstag, 19.8.2006  215 km  
Pisticci
Montalbano
Ponte Masone
Panevino
Policoro
Casa Marina
Rotondella
Sant Andrea
Valsinni
Vor S. Giorgio Lucano links
Timpone di Tascione
Oriolo
Cerosimo
San Constantino Alberese
Madonna di Pompei
Calanche bei Pisticci
Wir durchqueren Pisticci auf der Suche nach einem schönen Ausblick, kapitulieren dann vor dem Geschäftsverkehr und genießen die kurvenreiche Abfahrt ins Tal.
Die Strecke an Montalbano und Santa Maria d'Anglona führt durch eine faszinierende, von Calanchi (Runsen) geprägte Landschaft.
In Policoro besuchen wir das archäologische Museum während der heißen Mittagszeit und wollen nun im Ionischen Meer Abkühlung suchen. Dies sollte in Rocca Imperiale vor der Auffahrt nach Oriolo erfolgen. Bei Torre Bollita kommen wir in einen Stau und verlassen die Schnellstraße Richtung Rotondella. So nah am Wasser und keine Chance auf ein Bad.
In Rotondella wollen uns Polizisten wegen einer Hochzeit nicht in die Stadt lassen. Der Hinweis, dass wir Essen möchten, öffnet die Sperre und lässt uns sogar im Parkverbot halten, bis nach der Mahlzeit. In einer kleinen Altstadttrattoria bekommen wir ein super Menü mit exzellentem Ausblick zum Mare Ionico. Der Chef erzählt uns auch hier von seinem Deutschlandaufenthalt als Gastarbeiter.
Weiter durch "ausgebranntes" Land und üble Straßen bis kurz vor S. Giorgio. Hier wagen wir die Abzweigung auf eine Nebenstraße und werden mit einer zwar schmalen, jedoch neu geteerten Strecke belohnt, auf der wir Oriolo erreichen. Wir kommen nach Cerosimo und San Constantino Alberese, wo uns einige ältere Herrschaften mitten durch die Altstadt zur Bar dirigieren. Die Ortschaft wird überwiegend von Arabeshe bewohnt, Albanern, die sich auf der Flucht vor den Türken hier ansiedelten und seit dem 16. Jahrhundert in diesem Ort leben und ihre Bräuche, Trachten und Sprache bis heute bewahrt haben.
Die Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten wird hier schwierig. Schön ausgebaute, einsam gelegene Agriturismi wie die Conserva del Pollino sind ausgebucht. Nach längerer Suche erhalten wir eine Unterkunft bei der AT "La Contadina" - Essen müssen wir allerdings gegenüber, wo man uns vorher offensichtlich nicht für solvent genug für eine Übernachtung gehalten hatte.


Cozzo Iazzitelli

Cozzo Iazzitelli

Rotondella

Bei Valsinni

La Contadina
Sonntag, 20.8.2006  168 km  
La Contadina
Francavilla
Sant'Arcangelo
Aliano
Gorgolione
Guardia Perticara
Corleto
Aliano
Sant'Arcangelo
Sonntag morgen, pünktliche Abfahrt um 8:00 Uhr ohne prima collatione - die wollen wir in einer Bar in Francavilla machen. Nach ca 2 km kommt Werner nicht mehr nach. Zuerst denken wir, er habe sich von den Kreuzwegstationen am Straßenrand zur Wallfahrt nach Madonna di Pompei zu einem Kreuzweg verleiten lassen. Es war aber nur ein profaner "Platter" am Hinterrad. Die Reparaturpatrone bringt nur knapp 5 km. Werner hat eine Abschleppversicherung, die uns mit der mailänder Hilfsstelle verbindet. Eine freundliche Katja verspricht einen Abschleppwagen zu schicken, der jedoch erst gegen 12:00 Uhr eintrifft.Auf wessen Fehlinformation hin auch immer, der rettende Engel war trotz unserer Beteuerung, wir befänden uns nahe Francavilla einen 50 km Umweg über Noepoli gefahren. Ein Auto nahm das Motorrad mit und im Personenwagen transportiert er Werner und Gepäck. Uns ermahnt er zwei mal nicht über 90 kmh zu fahren, da geblitzt würde. Bis zur Abzweigung am Lago Cotugnio auf die 92 hält er sich selbst auch daran. Dann legt er los braust mit bis zu 160 kmh nach Sant'Arcangelo. Dort kümmert er sich so rührend um Essen und Unterkunft, dass wir schon misstrauisch werden.
Nach dem wirklich köstlichen Mittagessen führt uns die Wirtin zur völlig verlassenen, jedoch jedem zugänglichen Albergo Gattopardo, und gibt uns Zimmerschlüssel. 45°C lassen uns zunächst duschen und die Zimmer hüten.
Am Nachmittag ist es immer noch so heiß, dass man keine Fliegen aufs Visier bekommt. Wir machen uns dann mit 3 Mopeds doch noch auf den Weg, um eine kleine Runde in die Calanche zu drehen. Wir erreichen das Exil von Carlo Levi (Aliano). Einer Stadt, deren Südteil z. T. durch Erosion in die Tiefe gerutscht ist, wovon heute noch eine provisorische, extrem steile Zufahrt zeugt, die in 2 Kehren unter einer ehemaligen Straßenbrücke in die Stadt führt. Levi rüttelte die italienische Öffentlich in den 1940er Jahren durch seinen Roman "Christus kam nur bis Eboli" auf, in dem er das maßlose Elend beschreibt, unter dem die Bewohner dieser Gegend leiden. Dank Levis Einsatz für die Region unter anderem als Parlamentsabgeordneter, hat sich die Situation wesentlich verbessert. Sehr deutlich war dies in Guardia zu sehen, wo gerade die Vorbereitungen zu einem Stadtfest im Gange war. Es wurde von uns einhellig als die sauberste und netteste Stadt der Fahrt bezeichnet. Man glaubt in neu errichtete Kulissen einer mittelalterlichen Stadt gekommen zu sein.
Den Rückweg treten wir relativ spät an und wählen die SS 92. Als wir von der Hauptstraße nach Aliano abbiegen, gibt die Yamaha von Max bedenkliche Geräusche von sich. Wir vermuten, dass ein Steinchen in den Bremsbelägen verklemmt ist. Einige Vollbremsungen scheinen das Problem zu lösen und wir können uns dem wunderbaren Abendessen im San Michele widmen, bei dem wir ein hier ansässiges schweizer Ehepaar kennenlernen. Wir erfahren einiges über das Leben in dieser Gegend.
Die kleine Wirtstochter, ca 5 Jahre alt, will sich mit uns unterhalten. Als wir ihrem Wortschwall nicht folgen können, sagt sie langsam und deutlich, so dass wir es auch übersetzen können: "Wer sich in Italien aufhält, sollte auch Italienisch können."


Werners Platten

Blick vom Ristorante S. Michele

Erdhöhlen bei Aliano

Guardia Perticara

Guardia Perticara

Guardia Perticara
Montag, 21.8.2006  198 km  
Sant'Arcangelo
Roccanova
Cantoniera del Titolo
Calvera
Teano
Episcopia
San Severino
Vigianello
Castellucio
Lauria
Castrocucco
Porto di Maratea
Trecchina
Früh am Morgen fahren wir zur Werkstatt und kommen gerade als die Tenere wieder zusammengebaut wird. Beim Zahlen gibt es Probleme: Die Versicherung zahlt fürs Abschleppen "nur" 150,00 EUR und unser selbstloser Retter will für seinen, wahrscheinlich selbst verschuldeten Umweg noch extra 100,00 EUR netto. Lange Diskussionen nützen nichts - wir bekommen die Maschine nur gegen Bares.
Auf wunderschönen Kurvenstraßen geht es nach Roccanova. Aus Mangel an eindeutigen Wegweisern fragen wir beim Tanken einige Leute, wo es nach San Cirico geht. Der Tankwart weist uns ohne Umstände den Weg, während alle anderen sagen, wir sollen umkehren, in diese Richtung gebe es nur kurvige Straßen. Für die Einheimischen gibt es bezüglich von Straßen offensichtlich noch nicht den Spruch: "Der Weg ist das Ziel".
Also, auf nach S. Cirico. Wir kommen auf einen Höhenweg in schöne, kühle Eichenwälder, die wir an der Cantiera del Titolo verlassen. Über Calvera, wo uns einer der wenigen Motorradfahrer der Basilikata mit einer Kawasaki in imponierender Geschwindigkeit auf den Kurven entgegen kommt, fahren wir nach Teano.
In einer netten Trattoria gibt es ein einfaches, schmackhaftes Mittagessen.
Auf der Weiterfahrt macht sich wieder der "Stein im Belag" der Yamaha Diversion bemerkbar. Es muss etwas anderes sein. Ein Test am Vorderrad zeigt Spiel im Lager und jetzt ist die Sache klar. Nach Anrufen zuhause erfahren wir, dass die nächste Yamahawerkstatt 100 km weit südlich liegt, dass das Lager jedoch ein Normteil sei, welches in vielen Maschinen verbaut werde. Die nächste Autowerkstatt ist 200 m weiter unten. Der Meister bestätigt unseren Verdacht und gibt uns eine Adresse in Lauria (35 km). Mit 60 kmh nach Lauria. Am Ortseingang fragen wir bei einem Gartengerätehändler nach der Motorradwerkstatt Moto Tac und der sagt, das sei sein fratello, telefoniert und weist uns den Weg. Dort angekommen, sehen wir, dass Brüderchen zwar da ist, jedoch bis 23.8. Urlaub hätte - der Gesichtsausdruck seiner Frau spricht Bände, als wir um eine Reparatur bitten.
Auf die Bitte, uns wenigstens die Lager zu verkaufen, sagt er sinngemäß, wenn schon, dann mache ich das selbst, schiebt das Moped vor die Werkstatt und beginnt die Reparatur. Wie von der Ehegattin wahrscheinlich vermutet, stellen sich jetzt auch noch andere Kunden ein, die Maestro nicht abweisen will. Der Bruder und ein Kunde werden als Botenfahrer zum Abholen der Lager eingesetzt und die Maschine ist nach einer dreiviertel Stunde wieder fahrbereit. Super!
Wir versuchen in Maratea vergeblich eine Unterkunft zu finden und wenden uns wieder dem Landesinneren zu. In Trecchina fragen wir einen Passanten. Dieser bittet uns hinter ihm herzufahren, frägt bei einem Hotel nach Nächtigungsmöglichkeit und lässt den Portier nach der Absage telefonieren. Als dort auch besetzt ist, fragt er uns, ob Bungalows auch genehm wären. Wir bejaen und sofort bringt er uns zu einer Pizzeriabesitzerin, der offensichtlich auch ein Bungalowdorf vor der Stadt gehört.
Die Dame blockiert kurz die Altstadtstraße und streitet mit der Polizistin, um Bettwäsche für uns zu besorgen und geleitet uns dann zur Unterkunft.


Albergo Gattopardo

Cantiera del Titolo

Lauria

Radlagerwechsel

Sonnenuntergang Porto di Maratea

Bungalow bei Trecchina
Dienstag, 22.8.2006  176 km  
Trecchina
Maratea
San Biagio
Sapri (Baden)
Scario
San Giovanni
Camerota
Futani
Omignano
Orria
Stio
Magliano Nuovo
Capizzo
Monteforte (AT Rifugio)
Zahlen in Trecchina und Frühstück in Maratea. Anschließend rauf zum Redentore (Erlöser), einer 21 m hohen Betonskulptur in San Biagio.
Wir genießen die Steilküste in der Bucht von Policastro und gehen bei Sapri das einzige Mal ins Wasser. In Scario, am Ortsende finden wir eine klasse Trattoria fürs Mittagessen, wo wir freundlich und gut bedient werden.
Dann wenden wir uns in den Cilento (hier gibt es Schnellstraßen, die in unseren neuen Karten nicht verzeichnet sind) und gehen bei Omignano Scalo von der SS 18. Nach Orria sind wir auf einer frisch geteerten und kurvenreichen Idealstrecke, finden aber keine Unterkunft. Schöne, offensichtlich nicht arme Ortschaften, haben weder eine Albergo, noch Pensione noch Agriturismo. Arbeiter schicken uns über Monteforte nach Roccadaspide. Wie wir am nächsten Tag sehen, ist diese Strecke wegen Bergrutsch gesperrt. Wir müssen dorthin auch nicht fahren, da in Monteforte gleich zwei ATs um Kunden werben.
Wir kehren beim Ersten, dem AT Rifugio ein. Ein völlig neues Haus, aber so zurückhaltende Besitzer, dass man nicht recht weiß, ob man willkommen ist. Nach dem Essen bessert sich das Verhältnis.
Der einzige Nachteil dieser Nacht ist, dass währenden der ganzen Nacht Böllerschüsse knallen. Wir vermuten, dass der Krach irgenwelche Tiere von den Siedlungen fernhalten soll, denn Fest wurde keins gefeiert.


Maratea


Bucht von Maratea


Der Redentore


Golfo de Policastro
Mittwoch, 23.8.2006  153 km  
Monteforte
Trentinara
Capaccio
Battaglia
A 3 bis Vietri
Amalfiküste
Ravello
Valico di Chiunzi
Pagani
A 3 Napoli Satione Centrale
Bei Monteforte (Cilento)
Unser einziges Ziel ist noch die Amalfiküste und der Bahnhof Napoli. Deshalb nehmen wir den kürzesten Weg nach Vietri. Hier beginnt auch der Amalfistau. Nach Maratea erscheint dieser Küstenabschnitt nicht mehr so beeindruckend, wie er oft geschildert wird und wir verlassen ihn bei Ravello. In Valico die Chiunzi kaufen wir noch für Abendessen und Frühstück im Zug ein (wir haben aus der Herfahrt gelernt), machen ein ausgiebiges Mittagsmahl und fahren nach einem kurzen Fotostop oberhalb von Pagani direkt zum Bahnhof.
Obwohl wir eine Stunde zu früh da sind, beginnen die Arbeiter gleich mit der Verladung der Maschinen. Was nach so viel Fleiß ausschaut, entpuppt sich als Planlosigkeit und Dilettantismus. Wenn man den Herren beim Verzurren zusieht, fühlen sie sich bevormundet, geht man weg, spannen sie die Gurte so, dass Mopedteile beschädigt werden können. Nach längerem Insistieren sind die Männer zwar stinksauer, die Maschinen jedoch ordentlich vertaut.
Wir haben noch 3 Stunden bis zur Abfahrt und schauen uns die Bahnhofsumgebung an. die Südseite zeigt ein uns bisher unbekanntes Gesicht - Dreck, Baufälligkeit und Chaos, die andere Seite stellt sich freundlicher dar. Wir besuchen einen Markt, schauen in eine Kirche mit interessantem Hochaltar und hätten fast die Zeit vergessen. Auf dem eiligen Rückmarsch flitzen zwei Rollerfahrer knapp an Rudi vorbei, der eine greift nach der Bauchtasche, der andere nach der Uhr. Als beide leer ausgehen, verlassen sie die Gasse mit einem Wheele.

Amalfiküste


Vesuvio von Süden


Neapel nahe Hauptbahnhof


Markt in Neapel

Donnerstag, 24.8.2006  165 km  
München Ostbahnhof
Starnberg
Weilheim
Marktoberdorf
Werner Pfronten
Kempten
Stein
Burgberg
Sonthofen
T Auf der Rückfahrt machen wir in der Alten Linde bei Traubing Mittag und Werner verlässt uns in Marktoberdorf. Nach gut 1800 km und vielen schönen Erlebnissen sind wir wieder wohlbehalten zurück.

Wieder daheim