Rudis Moto Guzzi Steel 1100
Werners Super Tenere 750
Hans' Suzuki 750
Max' Yamaha 900
Wichtige Stationen Strecke und Besonderheiten
Bilder
Montag, 8.8.2005  362 km  
Karte 1
Pfronten, Sonthofen
Burgberg, Stein
Jochpass

Grän
Gaichtpass,
Hahntennjoch,
Reschenpass

Bozen
Prösels (Pause)
Tiers, St. Cyprian,
Karerpass
Vigo di Fassa,
Moena,
Passo San Pellegrino
Falcade

Treffen um 8:00 Uhr in Sonthofen bei Rudi. Abfahrt bei trockenem Wetter. Am Jochpass wieder, wie vor drei Jahren Ölspur bis Oberjoch. In Haldensee an der Tankstelle treffen wir Werner und ziehen - außer Hans - die Warnwesten an.
Den Gaichtpass runter ist es zwar kühl, jedoch noch trocken auf der Straße. Ab Stanzach fahren wir auf nasser Unterlage und das Hahntennjoch hinauf wird es empfindlich kalt: Oben liegt Schnee am Straßenrand.

Am Reschen ändert sich das Wetter schlagartig und wir können endlich die Wintersachen ausziehen. Bis Bozen fahren wir mit einer Tankunterbrechung am Reschen und einer kurzen Besichtigung des alten Kirchturms in Graun durch.

Von Bozen geht es Richtung Brenner und bei Blumau rechts ab nach Prösels. Gegenüber sehen wir deutlich die Erdpyramiden des Ritten und in Proesels haben wir vom Gasthaus einen schönen Blick auf Burg Prösels.
Nach der Brotzeit geht es quer durch die Dolomiten zum Karerpass, über Vigo die Fassa und Moena (Dauerstau) zum Passo S. Pellegrino.

In Falcade muss es plötzlich eine Unterkunft sein und wir übernachten diesmal am ersten Tag im Luxushotel und entsprechend teuer, aber schön umsorgt. Hotel Arnica


Hahntennjoch im Schnee


Burg Prösels


Von Prösels aus aufgenommen
Dienstag, 9.8.2005  173 km  
Karte 2
Falcade,
Cencenighe,
Agordo,
Passo Duran,
Villa,
Forno di Zoldo,
Longarone,
Erto,
Passo di Osvaldo,
Barcis,
Alcheda, Andreis,
Pian de Merie,
Poffabro,
Navarons,
Meduno,
Campone,
Cleva,
Sualdin,
Gerchia,
Clauzetto,
Vito d'Asio,
Anduins
Von Falcade aus fuhren wir bei schönstem Wetter über den Passo Duran, den Hans eine Woche vorher ebenso wie den Passo San Pellegrino mit dem Mountainbike gemeistert hatte nach Longarone.

Wir erinnerten uns alle bei diesem Namen an eine Flutkatastrophe, wussten jedoch nicht mehr genau, wie es damals abgelaufen war. Nach einem Besuch der Kirche, die zum Gedächtnis an die über 1900 Opfer des Unglücks von 1963 erbaut worden war, gingen wir noch in die permanente Fotoausstellung über die Flutkatastrophe.
Die, vom in den 50ern erbauten Staudamm östlich der Ortschaft Longarone aufgestauten Wassermassen unterspülten offensichlich die Berghänge im Süden des Sees. 1960 ging ein kleiner Bergrutsch ab in den See, richtete jedoch keine größeren Schäden an. In der Fotoausstellung wurden Bilder von engagierten Hobbygeologen aus der Zeit bis 1963 gezeigt, die nach dem ersten Bergrutsch die bis zu einem Meter breiten Abrissrinnen der späteren, verheerenden Rutsche dokumentieren. Von den Verantwortlichen nahm niemand diese Warnungen ernst. Am 9.10.1963 um 22:54 Uhr rutschten tausende Kubikmeter Felsgestein in den See von Vajont. Eine unglaubliche Flutwelle schwappte bis zu 300 m über die Dammkrone und zerstörte innerhalb weniger Minuten mehrere oberhalb des Sees gelegene Ortschaften, wie Erto, und fast den gesamten Ort Longarone.
Der See wurde von den Felsen zu etwa einem Drittel aufgefüllt und wird heute nicht mehr aufgestaut.

Am Passo di Osvaldo kehrten wir zum Mittagessen ein und nahmen dann eine Strecke, die wir bei unserer ersten Friaultour 1998 bereits gefahren waren unter die Räder. In Meduno ging es weg von der Hauptstraße und wir querten ein landschaftlich schönes Gebiet mit teilweise ungeteerten Straßen nach Campone.
Die Strecke nach Vito d'Asio kannten wir wieder und fanden auch die alte Pension, in der wir 1998 zwei Nächte verbracht hatten wieder. Anscheinend hat Vito mit dem Tourismus nicht sehr viel zu tun, denn die einzige nicht private Unterkunft war offensichtlich insolvent gegangen. Im nächsten Ort, Anduins, fanden wir dafür eine sehr empfehlenswerte Unterkunft, die von zwei jungen Männern liebevoll ausgestattet und sehr professionell geführt wird: Die Villa Margherita.
Super Abendessen in Agriturismo Paradiso oberhalb von Vito d'Asio.

Longarone



Abrissmulden des Bergrutsches 1963 und die Felsmassen im Seebecken

Longarone heute

Villa Margherita

Anduins von oben
Mittwoch, 10.8.2005  162 km  
Karte 3
Anduins,
Vito d'Asio,
Anduins,
Flagagna,
S. Pietro,
San Daniele,
San Tomaso,
Majano, Tarcento, Villanova delle Grotte,
Passo di Vedronza,

Monteaperta,
Monte Terza,
Debellis,
Taipana,
Platischis, (erster Versuch)
Prossenico, (zweiter Versuch)
Canebola, (dritter Versuch)
Montefosca,
Pulfero,
Stupizza,
Robic,
Kobarid,
Smast,
Krn,
Tolmin
Zuerst fahren wir noch mal Richtung Agriturismo Paradiso, um einige Bilder von Anduins und dem Tagliamento-Tal zu machen. Dann geht es zum - von drei Leuten lang erwarteten - Degustatione nach San Daniele in Prosciutteria "Al Portino". Der Daniele-Schinken überzeugt sogar den "Feinkostverächter" Hans. Nach einer Besichtigung der Chiesa Sant'Antonio mit den Bildern des Pellegrino di San Daniele, des Doms und des Colle Massimo - O-Ton Rudi:"Wenn wir noch lange blöd hier rumlaufen, können wir nicht mehr so lange blöd rumfahren." - ging es weiter nach Norden ins Grenzgebiet zu Slowien.
Der Weg führte uns zuerst nach Villanova delle Grotte, wo es eine große Karsthöhle zu besichtigen gäbe - O-Ton Hansi:"Da muss man ja Eintritt zahlen und alles anschauen.".
So fuhren wir weiter und suchten - dreimal erfolglos - einen Übergang nach Slowenien. Jedesmal forderte ein italienischer Grenzbeamter Papiere, die wir nicht vorweisen konnten. An diesen kleinen Übergängen dürfen nur Grenzbewohner beider Seiten mit entsprechenden Dokumenten passieren: Tolle EU. Andere Besucher müssen die Hauptübergänge benutzen.

Also packen wir es bei Stupizza - riesen Abfertigungsgebäude - und gehen gleich in Staro Selo zum Kaffee (tolles neues Hotel). Anschließend geht es weiter nach Kobarid zum Tanken und dann auf Nebenwegen über Smast den berg rauf nach Krn. Dort wollten wir in einer Herberge übernachten, wo es aussah wie im Mittelalter - großer Saal mit Kamin und Feuerstelle. War leider belegt, also wieder runter nach Tolmin. Auf dem Hauptplatz gibt es zwei Pensionen - wir nehmen die ruhigere (Valentino Reja - Penrut@volja.net). Und, weil man nicht dort isst, wo man schläft (O-Ton Hansi), gehen wir in eine nette Dorfwirtschaft in Tolmin.


Rathaus und Dom San Daniele

Chiesa Sant'Antonio

Montefosca
Donnerstag, 11.8.2005  110 km  
Karte 4
Tolmin,
Kanal,
Lig,
Vrhovlje pri Kojskem,
Dobrovo,
Venco,
Cormons,
Goriza,
Vrtojba,
Bilje,
Rence,
Zigoni,
Temnica,
Vojscica,
Ivanji Grad,
Komen
Abfahrt aus Tolmin bei feuchtem Wetter. Wir wollen, wenn es regnet, eine Städtetour machen (Goriza, Palmanova, Udine). Aber bereits kurz vor Kanal ist die Straße trocken und die Sonne blinzelt gelegentlich durch die Wolken: Also, rechts rauf nach Lig und auf einer Ministraße (einige Kilometer ungeteert)auf dem Bergkamm entlang. Wunderbare Sicht in die slowenischen und italienischen Täler.
Man kann die Regensachen ausziehen. Obwohl die Dörfer meilenweit von der nächsten größeren Stadt und Hauptstraße entfernt liegen, haben sie eine super Infrastruktur und neue Häuser.Bei Dobrovo fahren wir durch Weinbaugebiet. Die Straße windet sich raffiniert über die Bergrücken, ohne wesentlich an Höhe zu verlieren. Wir suchen fürs Mittagessen eine Art Buschenschänke, finden jedoch keine. Bleibt bei einer Wassertrinkpause in einem Dorf kurz vor der Grenze.
Goriza macht uns etwas zu schaffen, bis wir das Stadtzentrum finden. Bei Bruthitze laufen wir zum Castello hinauf und genießen den schönen Rundblick. Die Ausstellung "Della grande guerra", die einer von uns gerne anschauen würde, wird mit Mehrheitsbeschluss links liegen gelassen (siehe Spruch Rudi in San Daniele)
Wir verfahren uns bei der Suche nach dem Grenzübergang, finden ihn aber schließlich doch. Abenteuerliche Straßenführung leitet uns ins "doline" Hinterland.
Gegen 15:00 Uhr übermannt uns der Hunger und Rudi lenkt in der Ortschaft Vojscica nach links in den Hof einer nicht sehr einladend aussehenden Wirtschaft. Die Innenräume schienen den Eindruck von außen zu bestätigen. Auf unsere schüchterne Frage, ob man noch eine Kleinigkeit zu Essen bekommen könnte, wird uns das ganze Programm angeboten.
Marija Melnija, die Wirtin, ließ uns Tagliatelle mit funghi (Pilzen) oder Tomatensoße, Salat und warme Zopfbrötchen (wie Rohrnudeln) und Kaffee servieren und das Ganze zu einem zivilen Preis - einfach Klasse.
Nach unserer Abfahrt gegen 16:30 Uhr ziehen schwarze Wolken auf, die sich im nächsten Dorf (Komen) als Gewitter entluden. Der Entschluss, hier zu übernachten war sehr vernünftig, da es die ganze Nacht regnete, blitzte und donnerte. So konnten wir abends noch einen guten heimischen Roten und Schinken probieren im neu renovierten Gostilna Spacapan.


Dobrovo

Goriza Piazza della Repubblica

Goriza Castello
Freitag, 12.8.2005  246 km  
Karte 5
Komen,
Brje,
Veliki Dol,
Pliskovica,
Kranjavas,
Duttogliano,
Tomaj,
Kriz,
Sezana,
Villa Opicina,
Lido di Sistiana
Palmanova,
Portogruaro,
Pordenone,
Sacile Ouest,
Conegliano,
Pare,
San Pietro,
Refrontolo,
Farra di Soligo,
Col San Martino,
Santo Stefano,
Valdobbiadene,
Segusino,
Alano di Piave,
Passo della Tomba,
Cavaso
Wie fast jeden Morgen fahren wir bei nassen Straßen los. Wir wollen in das tyische Karstgebiet, geprägt von Dolinen und Poljen. Anfangs sind wir etwas enttäuscht, sehen jedoch bald klassische Dolinen. Bei Villa Opicina wollen wir die Grenze überqueren. Als Vorausfahrender nehme ich kurz vor der Grenze die falsche Abfahrt und wir kommen auf den Abfertigungsplatz der LKWs, der am Freitag Mittag völlig verweist ist. Wir fahren an der slowenischen Grenzstation hinten vorbei, wechseln verkehrswidrig den Fahrstreifen und kommen ohne Beanstandungen ziemlich schnell über die italienische Grenze.
Das Wetter ist so warm geworden, dass wir unserer Wasserratte zuliebe nach Lido di Sistina fahren müssen. Nach dem erfrischenden Bad nehmen wir uns vor, über die Autostrada nach Palmanova und weiter bis Sacile Ouest zu fahren, um die Ebene schnell zu überwinden. In Palmanova schauen wir uns eine der ersten geplanten Städte Europas an und geraten in einen extremen Wolkenbruch. Einige Kilometer weiter haben wir wieder Sonnenschein. Bei Fratta vor Conegliano essen wir in einer netten Osteria (Ristorante Bivio Cadore direkt in der Abzweigung Belluno/Valdobbiadene) zu Mittag und fahren dann ein Stück über die Strada del Vino Bianco durch ein Gebiet, das sehr stark an das Piemont erinnerte bis Valdobbiadene. Das besondere an dieser Stadt ist der griechische Baustil, der hier vorherrscht.
Am Stadtplatz parken wir vor einem Nähmaschinengeschäft, aus dem plötzlich der Inhaber herauskommt, unsere Maschinen anschaut und uns dann Fotodokumente aus den 50ern zeigt, als er 12mal Weltmeister in der 500er Klasse war.
Wir finden eine klasse Passstraße über Alano auf den Monte Tomba, einen der am härtest umkämpften Berge des Weltkrieges I. Die Trattoria auf der Passhöhe, wo am offenen Feuer gegrillt wird, hat leider keine Übernachtungsmöglichkeiten und wir fahren nach Cavaso hinunter, wo wir in der Locanda di Posta unterkommen.


Badefreuden in Sistiana

Speisekarte des Hotel Posta
Hotel Posta in Cavaso
Samstag, 13.8.2005  241 km  
Karte 6
Cavaso,
Monte Tomba,
Monte Grappa,
Bassano di Grappa,

Marostica,
San Michele,
Conco,
Asiago,
Campo Mezzavia,
Sasso,
Stoccareddo,
Campanella,
Lazzaretti,
Enego,
S. Vito,
Tezze,
Belvedere,
Grigno,
Castello Tesino,
Strigno,
Telve,
Passo Manghen,
Castello Molina,
Auer
Am folgenden Tag fahren wir wieder auf den Monte Tomba und von dort auf schmalen, ausgesetzten Straßen auf den Monte Grappa. Tolle Aussicht auf die Piave-Ebene.
Vom M. Grappa 1700 m runter nach Bassano di Grappa und auf dem Weg nach Marostica in der Osteria alla Baracca (empfehlenswert) Pause. Dann geht es wieder in die Berge mit tollen Straßen und Landschaften bis wir wieder im Val Sugana landen.
Jetzt haben wir im Nordosten und im Süden schwarze Gewitterwände vor bzw. hinter uns. Wir glauben nicht mehr "ungeschoren" davon zu kommen. Aber wider alle Voraussicht fahren wir zwischen diesen Gewitterwolken durch und kommen trocken auf den Passo Manghen. Bisher war die Fahrt ohne Unfall verlaufen, jetzt kündigen sich allerdings ernstere Dinge an. Werner kippt in einer Haarnadelkurve um, weil er unbemerkt in den Leerlauf geschaltet hatte. Gott sei Dank passierte nichts bei der Aktion.
Ungefähr 20 km vor Auer kommen wir in den Regen. Wir nehmen uns vor, in Auer oder Umgebung nach einer Übernachtungsmöglichkeit zu schauen. Max fährt unaufmerksam als letzter durch die Hauptstraße. Als er wieder voraus schaut, sind die anderen nach rechts abgebogen und haben abgebremst. Intuitive Panikreaktion lässt das Vorderrad blockieren. Stabilisierungsversuche schlagen fehl und Maschine und Mann küssen den Teer.
Bis auf einige Kratzer im Lack, ein kaputtes Blinklicht, eine abgerissene Kofferhalterung und ein kleines Mal am Knie sind keine Schäden zu beklagen.
Wir nehmen jedenfalls den Vorfall zum Anlass nicht weiter zu suchen und im Hotel Elefant zu nächtigen. Wir kommen in einer Dachkammer unter, durch die der Heizungskamin führt. Nicht einmal die mobile Klimaanlage kann es einigermaßen erträglich machen. Auch das üppige Frühstücksbuffet kann den negativen Eindruck der nacht nicht mehr aufwiegen.


Monte Grappa

Monte Grappa

Monte Grappa
Sonntag, 14.8.2005  531 km  
Karte 7
Auer,
Brenner
Pfons
Ellbögen
Igls
Vill
Innsbruck
Telfs
Nassenreith
Fernpass
Heiterwang
Vils
Pfronten
Wertach
Häuser
Sonthofen
Stein
Der Wetterbericht sagt, dass auf der Nordseite des Alpenhauptkammes nachmittags Regen fallen soll. Also wollen wir so weit wie möglich nach Norden kommen. Wir fahren bei Auer auf die Brennerautobahn und sind innerhalb kurzer Zeit über dem Brennerpass.
Auf der Nordseite wird das Wetter offensichlich immer besser und der Verkehr auf der Brennerstraße ist ziemlich dicht. Also bei Pfons rechts weg auf die andere Talseite. Bei Igls stellt sich ein Hungergefühl ein und Rudi entdeckt am Ortseingang von Vill eine urige alte Wirtschaft, den Gasthof Turmbichl. Kein Gast ist in den alten Gasträumen, aber die Wirtin bietet uns an eine große Pfanne Kaiserschmarren zu machen, wenn wir 30 Minuten Zeit hätten. Während der Wartezeit treffen nach und nach ca. 20 ältere Damen ein, die ziemlich lustig drauf sind. Sie treffen sich scheinbar jeden Sonntag in einer anderen Wirtschaft zun Essen. Als man uns den Schmarren aufträgt, ist eine der Damen nicht mehr zu halten und muss sofort aus unserer Pfanne probieren. Wir amüsieren uns königlich.
Durch Innsbruck fahren wir bis Nassereith mit wenig Verkehr und bei schönem Wetter. Am Fernpass geraten wir in einen langen Stau und es beginnt zu allem Überfluss kalt zu werden und zu regnen. Bis Reutte kriechen wir im Nassen hinter den Autos her, können dann etwas schneller bis Pfronten, Sonthofen, Burgberg und Stein fahren.


Mittagessen in Vill

Seniorinnentreffen - es geht hoch her