Rudis Moto Guzzi Steel 1100
Werners Super Tenere 750
Hans' Suzuki 750
Max' Yamaha 900
Wichtige Stationen Strecke und Besonderheiten
Bilder
Freitag, 1.8.2003  354 km  
Karte 1
Pfronten, Stein
Burgberg
Sonthofen

Riedbergpass
Damüls
Faschinajoch

Thüringerberg (Pause)
Zizers (Pause Mittagessen)




 
Chur
Lenzerheide-Pass
Albulapass
Livigno (Pause)
Passo di Foscagno
Bormio

Cepina

Treffen um 8:00 Uhr in Sonthofen bei Rudi. Zwei "neue" Motorräder sind dabei: die Moto Guzzi von Rudi und die Supertenere von Werner. Abfahrt bei wunderschönem Wetter über Margarethen, Altstädten und Riedbergpass nach Egg. Sperrung bei Andelsbuch zwingt uns zu einem kleinem Umweg über Schwarzenberg.
Über das Faschinajoch und das Große Walsertal geht es bis Thüringer Berg, nach dessen Überwindung wir eine Frühstückspause in einem Lokal machten, das eben erst geöffnet hatte. Weiter nach Liechtenstein. Der Umleitung folgend, kommen wir auf die schweizer Seite und kämpfen uns bis Zizers durch relativ dichten Verkehr. Hier gibt es eine Mittagspause - wir wollen es schließlich langsam angehen lassen.
Durch Chur, Lenzerheide nach Lantsch, Abkürzung über Brenz und bei Surava hinauf auf den Albula.Nach einem kurzen Fotohalt weiter über La Punt und Zernez Richtung Ofenpass. Auf halber Höhe rechts weg in den Mauttunnel.
Am Staudamm vom Lago di Livigno will ich die anderen Mopedfahrer fotografieren und bekomme sofort Ärger mit dem italienischen Grenzer, der vor und nach dem Grenzübertritt keine Fotografien zulassen wollte. Also Fotos vor den Tonnen an der Grenze. In Livigno gab es eine Kaffeepause und billiges Tanken und dann weiter über den Foscagnopass nach Bormio und Cepina (Übernachtung).


Abfahrt SF


Albula Pass



1. Übernachtung

Samstag, 2.8.2003  268 km  
Cepina

Sondalo
Mazzo di Valtellina
Passo Mortirolo
Passo della Foppa
Passo die Guspessa

Rifugio di Monte Padrio (Pause)
Passo dell' Aprica
Rombo links nach

Edolo rechts bis

4 km nach Malonno, dann rechts
Passo del Vivione (Mittagessen)
 
2 km nach Vilminore rechts rauf

Passo della Presolana
Rovetta links
 
Sovere
über Pianico, Valmaggiore, Solto zum

Iseo See


bei Sarnico Kaffeepause
entlang Fiume Oglio bis Cividate
Romano di Lomb.
Camisano

Crema
Lodi

Tavazzano con Villavesco

Früh ging's los auf der Schnellstraße Richtung Tirano. Rudi fand mit seinem neuen Reisedampfer so viel Gefallen an der Autobahn, dass er zwei Stationen zu weit fuhr, ehe man ihn fast gewaltsam auf die Nebenstraße zum Foppapass lotsen konnte. Dieser "Radlerpass" ist jedem zu empfehlen, der einsame Höhenstraßen mit überwältigendem Panorama bevorzugt.
Über den Passo dell'Aprica wieder ins Tal, links nach Edolo und dann auf den nächsten Pass mit superschmalen Straßen - dem Passo del Vivione. Der ist allerdings bekannter und man trifft Motorradler aller Couleur, mit denen sich ein unterhaltsamer Mittagsplausch halten läßt.
Über Nebenstraßen weiter zum Iseosee, dessen wunderschönes Westufer Rudi im Eiltempo abfährt. Scheinbar hat er Angst, wir könnten hier schon nach einer Übernachtungsmöglichkeit suchen oder gar etwas anschauen wollen - eventuell gar die imposante Monte Isola. Am Seeende endlich Kaffeepause.
Dann geht es durch dicht besiedeltes Gebiet in die Poebene und über Nebenstraßen nach Lodi.
In dieser Großstadt sind uns die Hotels allerdings zu teuer und von uns interviewte Straßenbahner weisen uns den Weg nach Tavazzano. Die von den Tramfahrern genannten Hotels hatten zwar Urlaub, aber in der Nähe gab es noch eine nette (auch nicht ganz billige) Unterkunft. Der Portier nannte uns noch ein hauptsächlich von Einheimischen besuchtes Ristorante, in dem wir dann ausgezeichnet zu Abend aßen. Die Nacht im klimatisierten Hotelzimmer war für mich allerdings nicht sehr erholsam.

Mittag Passo Vivione


Rudis Wunschtraum


Abfahrt der Weilheimer


Abfahrt vom Vivione

Sonntag, 3.8.2003  214 km  
Karte 3
Tavazzano con Villavesco
Lodi Vecchio (San Bernardo)
Borgo S. Giovanni rechts
Sant' Angelo Lodgiano
 

PAVIA (Stadtbesichtigung)
Casatisma Autobahn bis


ASTI
Isola d'Asti links
Costigliole
Castagnole delle Lanze

(Pause in einer Bar)
Neive rechts nach

Barbaresco (Markttag)

Cotta

Alba
Roddi (Feldwege)

Verduno


La Morra

Über Lodi Vecchio, eine schöne alte Stadt mit verwirrender Beschilderung kamen wir zur Wallfahrtskirche S. Bernardo, einem imposanten frühgotischen Kirchenbau, dem man seine spätromanische Gründung noch deutlich ansieht. Leider wird die Kirche erst um 16:00 Uhr geöffnet, was wir nicht abwarten wollen. Weiter über Feldwege und Nebenstraßen nach Pavia, eine piksaubere Großstadt mit sehr schönem Zentrum. Der Dom wird gerade restauriert, damit ihm nicht das selbe Schicksal wie seinem Campanile ereilt, der vor einigen Jahren ohne ersichtliche Gründe zusammengebrochen ist (die Grundmauern stehen noch). Interessant war der Marktplatz, der oberirdisch ein mittelalterliches Flair anbietet und darunter in mehreren Stockwerken ein modernes Einkaufszentrum beherbergt - leider sonntags geschlossen.
Trotz intensiver Suche, konnten wir in Pavia am Sonntag Mittag kein offenes Restaurant finden und verließen die Stadt hungrig, suchten die nächstgelegene Autobahnauffahrt und fuhren die 60 km bis Asti durch. Wieder auf Nebenstraßen fanden wir den wunderschönen, abseits der Hauptverkehrsstraßen gelgenen Ort Castagnole (mit schönem Schloss), wo wir endlich die verdiente Pause machten und Werner sein von einer Wespe malträtiertes Bein behandeln konnte.
Die nächste Pause ist in Barbaresco, wo der berühmte Barbero-Wein herkommt. Dort ist buntes Markttreiben und nur die Drohung, dass man zum Essen auch Wein verkosten muss, hält uns am frühen Nachmittag von einer deftigen Brotzeit ab.
Weiter geht es nach Alba und von dort über Feldwege durch grüne Weinberge über Verduno nach La Morra.
Die Ortschaft erinnerte an unser Stammquartier in Umbrien (Montefalco Fahrt 2000), wobei uns das Piemont noch bezaubernder als Umbrien vorkommt. Wir finden sofort ein günstiges Zimmer und unser Wirt empfiehlt uns zum Abendessen das Sportheim am Weiher (Cousine des Wirts). Dort konnte man uns nur "Reste" vorsetzen, die sich jedoch als viergängiges Menü aus lokalen Spezialitäten entpuppten: - Verschiedene Würste (salume), - Käseröllchen mit Trüffeln und Salbei-Ravioli, - Hauptspeise Kaninchenrouladen mit verschiedenen Salaten, - Kaffee und Beerenschnaps. Dazu wurde ein ausgezeichneter Nebbiolo aus der Region serviert, von dem ich eine Flasche mitnahm.
 


San Bernardo


Dom in Pavia

Verduno

Blick auf Alba


Vor dem Quartier in La Morra
Montag, 4.8.2003  227 km
Karte 4
La Morra
Castigliole Faleto
Monforte d'Alba
Dogliani
Belvedere Langhe
Murazzano (rechts vorbei)
1 km rechts Marsaglia
A6 queren nach Lesegno
Torre Mondovi
Montaldo
Colle die Casotto 738 m
Garessio
rechts Ormea (Pause)
Ponte di Nava rechts
Passo della Colletta 1623 m
Monesi links
Colle San Bernardo 1265 m
Colle die Corsio
Nava
Colle die Nava 943 m
Pieve di Teco Mittagspause
Calderara
Colle San Bartolomeo 620 m
rechts Poggialto
Colle d'Oggia Eispause
rechts über gesperrte Straße zum Passo della Teglia 1387 m
Blick auf Triora
Molini
Triora
Von La Morra aus fahren wir durch die Hügellandschaft des Piemont in Richtung ligurisches Gebirge, das wir bald nach der Querung der A 6 erreichen. Einsame Passstrecken (an diesem Tag sollten es 8 Pässe werden) erstrecken sich zwischen Mondovi und Triora.
Hansi führt heute, es ist ja "sein" Gebiet und er ist vor lauter Begeisterung fast nicht vom Moped zu holen: Jeder Halt ist einer zuviel. Da er fast jeden Stein persönlich zu kennen scheint, sind die letzten 80 km für uns besonders informativ.
Am Passo Guardiabella - ein kleines Dörflein mit zwei Gasthäusern - geht eine gesperrte Straße Richtung Passo di Teglia. Auf unsere Nachfrage, ob man vielleicht doch fahren könne, erhalten wir die klare Antwort, es gebe keinen Grund dort nicht zu fahren. Eine gut ausgebaute Straße, auf der wir nur ein Auto und einen Motorradfahrer treffen, führt uns über den Tegliapass nach Mulini di Triora.
Dort werden wir von Hans in den Hexenladen geführt, wo uns die Hexe vom Dienst Schneckenmilch (Grappa) und Schneckeneier (Schokogebäck) probieren läßt. Obwohl beides ausgezeichnet schmeckt, entschließe ich mich scharfe Hexenmarmelade (Confettura di Peperoncini) mitzunehmen. Dann besichtigen wir die Casa Bechteler, die dem Cousin von Hans gehört, ehe wir auf den Hügel nach Triora (der Hauptstadt der Hexen) selbst fahren. Die letzten 2 Tage haben wir fast keine deutschen Kennzeichen gesehen. Seit Mulini hat sich das schlagartig geändert: Wir sind wieder mitten in einem Fremdenverkehrsgebiet.
In Triora finden wir ein nettes nicht allzu teures Hotel und bleiben gleich dort. Hans ist sauer, denn er wollte uns noch in Badalucca ein neues Hotel und ein Spitzenrestaurant vorführen.

Passo della Coletta


Hexenladen in Mulini di Triora


Casa Bechteler in Mulini


Triora mit Blick zum Castello


Corte von Triora aus aufgenommen

Dienstag, 5.8.2003  172 km
Triora
Badalucco
Arma di Taggia (Tanken)
zurück bis kurz vor Badalucco
links Ciabaudo 1053 m (Madonna della Neve)
Argallo Besichtigung
Monte Ceppo knapp 1600 m
Colla di Langan 1127 rechts
Colla Melosa 1540 m Mittagessen
zurück Langan

Pigna
Isolabona links
Apricale
Baiardo (Kaffee)
Passo Ghimbegna
Ceriana
Arma di Taggia (Baden)
Badalucco
Am Morgen müssen wir auf Hansis dringenden Wunsch nach Badalucca umziehen. Dann machen wir einen Abstecher nach Arma di Taggia zum Tanken. Auf dem Rückweg links ab Richtung Argallo, wo noch eine Casa Bechteler steht. Vorher folgen wir jedoch dem Wegweiser Madonne della Neve und kommen in die Patroziniumsfeier einer Wallfahrtskirche auf der Spitze eines Berges. Hunderte von Pilgern feiern hier an Picknicktischen mit Unmengen von Essen und Getränken. Marktbuden bieten Waren feil und überbieten sich gegenseitig mit Schlagergedudel, währenddessen der Pfarrer ungerührt im Freien die Messe liest.
Argallo muss unbedingt angeschaut werden, ein winziges Nest am Berghang in dem eine ständige Bewohnerin haust, sonst nur Urlauber.
Jetzt geht es über schmale Bergstraßen zum Monte Ceppo und zwei weitere Pässe. Am Fusse des M.C. wird in der Rifugio gespeist und dann zurück, rechts ab nach Pigna und Isolabona, wo es links wieder hinauf nach Baiardo und Perinaldo gehen soll. Bei Apricale sehen wir über Perinaldo eine schwarze Wolke heraufkommen und erkennen, dass es der Rauch eines Waldbrandes ist.
Wir machen eine Kaffeepause in Baiardo und beschließen über den Ghimbegnapass nach Taggia zum Baden zu fahren.
Der Blick über Taggia ist wunderschön, störend wirken nur die riesigen Flächen von Gewächshausdächern unter denen die berühmte Riviera dei fiori (die Blumenriviera) verschwindet.
Abends dann das lange versprochene Superlokal. Von außen sieht es eher abstoßend aus umd als uns in der Bar noch ein paar "Schnapsdrosseln" empfangen, will vor allem Hans wieder umkehren. Wir werden jedoch von der Dame des Hauses nach oben verwiesen, wo in einem Nebenraum ein tolles und preiswertes Essen serviert wird.

Wallfahrtskirche

Apricale

Perinaldo

Baiardo

Arma di Taggia


Empfehlenswerte Trattoria

Mittwoch,6.8.2003  187 km
Karte 6
Badalucco

Taggia
Menton rechts
Col de Castillon 707 m

Sospel (Pause)
Moulinet
Col de Turini 607

Rundfahrt Parc National du Mercantour 2082 m


Roquebilliere
St. Martin Vesubie
Valdeblore (Essen)
La Bollinette
rechts bis Isola
An diesem Tag gehen wir auf die Autobahn und fahren nach Frankreich. Bei der Überquerung des Armeaflusses bei San Remo erleben wir hautnah die Folgen eines Waldbrandes. Das ganze Tal ist bis zur Autobahnbrücke mit beißendem Rauch gefüllt wie mit dichtem Nebel.
Bei Menton biegen wir rechts ab über den Col de Castillon und erreichen Sospel, wo wir eine Brotzeitpause einlegen.
Durch den Gorges de Piaon kommen wir nach Moulinet (Tankpause) und rauf geht es auf einen der am schönsten zu fahrenden Pässe der Alpen - den Col de Turini. Die Kurven muss ein Motorradfahrer berechnet haben: Unten lange, schnelle Passagen, oben flotte Spitzkehren und alles in eine wunderschöne Landschaft eingebettet.
Auf der Passhöhe treffen wir einen schnitzeljagenden Niederbayern auf einer Art Goldwing-BMW, der verzweifelt und vergeblich ein Schild mit der Aufschrift Col de Turini für sein Beweisfoto sucht. Wir helfen ihm nicht lange suchen, sondern fahren nochmal 300 Höhenmeter bergauf zu einer Runde durch den Parc National de Mercantour. Ruinen von Grenzkasernen findet man in diesem Naturpark auf Schritt und Tritt. Jetzt sind die obligatorischen Motorradbilder fällig (siehe Seitenende).
Wieder zurück zum Turini und auf der anderen Seite nach La Bollene Vesubie, rechts St. Martin de Vesubie, Valdeblore und auf der D2205 nach Norden. Gegen 15:30 Uhr ziehen dunkle Wolken aus NO auf und die ersten Regentropfen fallen. Bevor wir ganz eingeweicht werden, suchen wir Zuflucht unter dem Vordach einer Werkstatt kurz vor Isola und warten das Ende des Schauers ab. Wir fahren nach Isola hinein und entschließen uns nach einem Rundgang hier ein Quartier zu suchen, das wir im Hotel de France finden. Beim Abendessen lernen wir zwei Paare kennen, eins aus dem Fränkischen (mit 2 Guzzis unterwegs) und eines aus Kisslegg im Allgäu. Beide behaupten, dass es in den französischen Alpen bisher jeden Nachmittag geregnet und gewittert habe, man sollte sich bis spätestens 16:00 Uhr eine Unterkunft besorgen. Diese Auskünfte sollten sich bewahrheiten.
Sospel

Col de Turini

Parc National du Mercantour


Hotel de France Isola
Donnerstag, 7.8.2003  278 km
Isola
St. Etienne
Col de la Bonette 2715 m)
(Cime da la Bonette, Col de la Montiere 2450 m)

Guenigner
Ubay-tal
Col de Var
Guinestre rechts
Combe de Queras
Col d'Izoard
Briancon (Pause mit Bes.)
Col de Lauteret
La Grave
Bourge du Chambon rechts
Col de Sarenne 1989 m
Alp d'Huez

Nur 16 km bis zum Anstieg des höchsten Alpenpasses mit knapp 2.800 Höhenmetern. Es geht in sauberen, schnellen Kehren bergauf und wir halten erst an der Aussichtsterrasse mit dem Gedenkstein an einen französischen General, der in den 30er Jahren während einer Großübung vom Blitz erschlagen wurde. Dann noch ein paar KM zur Gipfelrunde und ca 100 m Aufstieg, der von einer einmaligen Rundsicht belohnt wird.
Auf dem Weg nach Jausiers fährt Hans komisch langsam in die Kurven. Da es nur eine Richtung gibt, denken wir anderen uns nichts dabei und lassen es schwingen. Als wir die Kreuzung mit der D900 erreichen ist Hans nicht mehr in Sicht. Wir biegen wie ausgemacht rechts ab und warten ca 100m in Sichtweite der Kreuzung. Als er nach 5 Minuten noch nicht auftaucht, fahre ich an die Kreuzung zurück und parke dort. Ich schaue einem Rennradler zu wie er langwierig sein Gefährt für den Anstieg bereit macht (ca 10 Minuten). Dann sehe ich einen Krankenwagen den Pass hochfahren. Jetzt befürchte ich Schlimmes. Ich fahre also los, alle Kurven und Abhänge genau beobachtend. Aber Gott sei Dank liegt der Gesuchte nirgends und die Ambulanz ist offensichtlich im bebauten Gebiet von Jausiers abgebogen. Ich nehme mir immer noch eine Etappe vor und werde immer nervöser. Als ich den Pass zu ungefähr zwei Dritteln oben bin, glaube ich nicht mehr, dass Hans hier noch irgendwo ist und kehre um. Unten angelangt, begegnet er mir nach einigen 100 m. Er war scheinbar doch nicht so weit hinter uns und bog in Jausiers links ab. Kam dort in einen Stau und kehrte erst nach vielen km um.
Die angestaute Sorge macht sich in Beschimpfungen Luft und für die nächsten Tage weigere ich mich voraus zu fahren.
Wir queren noch einige schöne Pässe, um bei und in Briancon (Festungsstadt seit 1795) Pause einzulegen. Die mittelalterliche Wachmannschaften mit ihren Marketenderinnen und die berühmte Marktstrasse zeigen sich von ihrer schönsten Seite. Dann fahren wir noch bis Bourge du Chambon und die Alp d'Huez von Osten über den Col de Sarenne an: eine schöne, schmale Straße, bei der Geröllrinnen schräg mit schwarzem Basalt gepflastert sind - durchaus gewöhnungsbedürftig.
Wie uns die Motorradler in Isola prophezeiten, beginnt es auf dem Pass zu regnen und zu gewittern. Keine Unterkunft in Sicht, also weiter nach Huez. Patschnass und mit einem schalen Gefühl im Magen - wegen der vielen Blitze - kommen wir dort an und finden eine offene Tiefgarage. Hans macht sich auf die Suche nach einem Quartier und findet das Hotel zu den Enzianen (les Gentianes), wo wir, nachdem wir die Besitzer offensichtlich bei schönen Arbeiten gestört haben, eine ruhige Nacht verbrachten. Vorher gab es noch noch französische Spezialitäten, wie tripes (allgäuer Voressen), die außer mir und Rudi niemand zu schätzen wusste.

Auffahrt zum Bonette

Gipfelfreuden

Wachmann in Briancon

Wachmannschaft in Briancon

Col du Sarenne
Freitag, 8.8.2003  357 km
Alp d'Huez
Le Bourg-d'Oisans
Rochetaillee rechts
Col du Glandon 1908 m
Col de la Croix de Fer 2067 m

St. Sorlin d'Arves (Frühstück)
Belleville rechts
Col du Mollard 1638 m
St. Jean de Maurienne (Tankpause) rechts
Lanslebourg rechts
Col du Mont-Cenis 2100 m
Susa (Mittag)
Autobahn A 32 bis
Balocco (kurz vor Novara)
Buronzo
Castelletto Cervo
Brusenengo
Caraceto links
Curino
zurück nach Caraceto
rechts nach Cossato
Bei wunderschönem Wetter starten wir von Alp d'Huez und fahren die berühmte Radrennstrecke hinunter. Heute soll es wieder nach Italien zurück gehen, einmal wegen der abendlichen Wettereinbrüche, einmal, weil ein Mitfahrer anfängt zu "mammelen" (Allgäuer Ausdruck für Heimweh).
Wir erklimmen den Col de Glandon und wecken die Caravanfahrer, queren zum Col de la Croix de Fer und frühstücken endlich in einer Bäckerei in St. Sorlin. Von dort geht es nochmal von der Normalstrecke weg über den Col du Mollard, von dem aus es einen interessanten Blick auf einen Berg gibt, der wie mit einer Axt gespalten aussieht. Im Tal tanken wir in St. Jean de Maurienne, wo uns Hans fast wieder verloren geht und fahren dann auf einer autobahnähnlichen Straße bis Lanslebourg.
Rechts ab zum Col du Mont-Cenis mit Pause am Stausee und bei der Passkapelle. Der Weg nach Susa ist stark befahren und wir kommen nur relativ langsam durch die schönen Passkurven. Susa lädt zu einem Spaziergang ein, an dessen Ende wir teure Fischsemmel als Mittagessen verzehren.
Dann geht es auf die Autobahn nach Osten. Alle paar km wartet eine Mautstelle auf unser Kleingeld. Bei der letzten Maut vor Torino erfasst mich die Lichtschranke nicht und Hans und Werner können keinen Mautzettel mehr ziehen. Fast 15 Minuten Stau entsteht durch diese technische Panne bis sich ein Autobahnbediensteter erbarmt und die Sache in Ordnung bringt.
Kurz vor Novara (Rudi ist wieder fast nicht von der Schnellstraße zu bringen) verlassen wir die A 32 Richtung Norden und fahren in ein leicht hügeliges, dicht besiedeltes Gebiet. An einer netten Trattoria mit verlockendem Essensangebot halten wir und fragen nach einem Nachtquartier. Im Umkreis von 25 km ist scheinbar niemand auf Fremdenverkehr eingestellt und wir müssen zurück. Wir fragen in jedem Ort, auch in größeren Städten wie Caraceto gibt es kein Hotel. Die Leute weisen uns nach Cossato. Also dorthin, eine ziemlich große Stadt mit 3 Gasthäusern. Das erste hat Urlaub, das zweite finden wir nicht und endlich das Bahnhofshotel hat geöffnet. Hier gibt es einige Fabriken (Calzatura = Schuhfabriken), aber keinen Fremdenverkehr. Abends finden wir nach langem Suchen noch eine Trattoria mit gutem Essen und gehen dann auf das Stadtfest in der Marktstraße. Außer einer kubanischen Band, die von hier wohnenden Exilkubanern eingeladen worden war, sind wir offensichtlich die einzigen Ausländer.

Hotel des Gentianes
Col du Glandon
Blick vom Col du Mollard

Col du Mollard
Samstag, 9.8.2003  437 km
Cossato
St. Nicolao
Strona
Mosso
Pray (Frühstück)
Serravalle Sesia
Borgosesia
Richtung Pogno nach 1 km links
Plello
Cellio
Valpiana
Madonna del Sasso (Besichtigungspause)
Orta See
Verbania
Brissago (Mittagspause)
Locarno über Gudo,
Moleno (Westufer des Ticino) nach
Biasca
rechts Olivone
Lukmanierpass 1914 m
Disentis
Chur
Luzisteig 713 m Abendessen
Vaduz
Feldkirch
Dornbirn
Bödele
Ach
Stein, Burgberg, Sonthofen, Pfronten
Wir brechen so früh auf, wie uns der Hotelier gehen läßt und steuern über Nebenstraßen nach Norden. Nach einer kurzen Tankpause in Strona wird in Pray gefrühstückt. Auf der Fahrt durch Borgosesia verfahre ich mich um ein paar km und frage einen Einheimischen nach dem Weg Richtung Gozzano/Arona. Der Mann erklärt uns den Weg und wir finden auch sofort die richtige Strecke. Ca 1 km außerhalb der Stadt biege ich wie geplant nach links in eine Nebenstraße - ein wildes Hupkonzert läßt uns erschreckt an die Seite fahren und anhalten. Der nette Herr, den ich gefragt hatte, war uns nachgefahren und versuchte uns mittels aufgeregter Gestik wieder auf die Hauptstraße zu dirigieren: "La strada" sei "molto duro et mala." Wir erwiderten, dass wir so etwas suchen und bedankten uns noch mal. Schulterzuckend ließ er uns gewähren und fuhr von dannen.
Es war nicht halb so duro wie erwartet, jedoch eng und einsam wie wir es gewünscht hatten. Am Ende des Weges kamen wir noch nach Madonna del Sasso, einer wunderbar gelegenen Wallfahrtskirche oberhalb des Lago d'Orta. Die Kirche wurde um 1750 erbaut, besitzt schöne, perspektivische Kuppeln vortäuschende Deckenbilder und als Reliquie die Gebeine des um 200 n. Chr. ermordeten Märtyrers San Donato.
Wir fahren am Westufer des Sees entlang und queren nach Verbania. Dort erfahren wir den dichtesten Verkehr unserer Reise und müssen ständig Kolonnen springen. Bei Brissago lösen wir uns aus der Kolonne und speisen in einer Osteria con Cucina, während Hans im Lago Maggiore badet und sich an einer Glasscherbe den Fuss aufschneidet.
Weiter geht es ab Minusio auf der rechten Ticino-Seite, die weniger verkehrsreich ist, bis Biasca, wo wir zum Lukmanierpass abbiegen. Dessen betonierte Flachpisten bieten am wenigsten Fahrfreude aller bisherigen Pässe und wir sind froh nach Chur und Luzisteig zu kommen. Dort essen wir zu Abend, fahren dann über Feldkirch, Dornbirn noch einen schönen Pass (das Bödele) und kommen gegen 21:00 Uhr zu Hause an.

Auf Abwegen

Madonna del Sasso

San Donato

Osteria con Cucina
Nochmal!
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Rudis Moto Guzzi Steel 1100
Werners Super Tenere 750
Hans' Suzuki 750
Max' Yamaha 900
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