Die Oberliga wurde für die Saison 2002/03 erneut umstrukturiert. Mit der Integration der Regionalliga Süd und der nach geographischen Gesichtspunkten durchgeführten Aufteilung der Oberliga in zwei Gruppen zu je zehn Mannschaften sowie der Aufnahme des KEV Hannovers, wurde die notwendige Einigkeit erzielt. Für den EHC bedeutete dies eine Doppelrunde mit 36 Spielen gegen die letztjährigen Oberligisten EV Füssen, EC Peiting und TuS Geretsried, gegen die letztjährigen Regionalligisten EHC Klostersee und EV Ravensburg (beide erfolgreiche Oberligaaufsteiger), TEV Miesbach, Eisbären Kempten und Augsburger EV sowie gegen den Regionalliga-Aufsteiger EC Atlantis Ulm/Neu-Ulm. Das Gesicht der Memminger wurde für die Saison 2002/03 erneut stark verändert. Neben einigen Ergänzungsspielern, wie Florian Jahrmann u. Gabriel Gaube wurde Torwart-Urgestein Ralf Weinl (Memminger Indians), Peter Westerkamp (ERC Selb) und Helge Pyka (EA Kempten) nicht mehr weiterverpflichtet. Zusätzlich verließen gleich drei Spieler: Andreas Becherer, Christoph Eisenlohr und Derek Switzer den Verein in Richtung Norden zum Konkurrenten EC Atlantis Ulm/Neu-Ulm. Aus finanziellen Gründen musste auch der Abgang von Stürmer Mike Melas (hätte eigentlich zum Ligarivalen EV Ravensburg wechseln sollen), Peter Westerkamp (zum Oberligisten ERC Selb) und Derek Switzer verschmerzt werden. Hoffnungen ruhen neben dem Sympathieträger Colin Anders (mit deutschen Paß), der aufgrund von Sponsorenzusagen gehalten werden konnte und dem schwedischen Kapitän des Teams, Marcus Abrahamsson, auf zwei Nobodys. Die Nagle-Brüder, Bobby (22) und Jim (25) aus Boston/Massachussetts. Zwei US-Boys, die bisher noch keine Erfahrung außerhalb von Nordamerika sammeln konnten. Aber Memmingen hatte ja in der Vergangenheit mit Brüdern (Lowden-Zwillinge) bereits gute Ergebnisse erzielen können. Damit stehen jetzt neben den Nieder-Brüdern Ingo u. Fabian, sogar zwei Brüder-Paare erstmals im Kader. Neben der Vertragsverlängerung des Letten Sergejs Boldaveshko und der Verpflichtung des Italo-Kanadier Michael Spadacini von der EA Kempten, wurde nach längerer Beobachtung der junge Kanadier Dan Gilbertson, als sechster und letzter Kontingentspieler, als weiterer Stürmer verpflichtet. Gehofft wird von den Verantwortlichen und vom Trainer Erwin Merath eine ähnliche gute Rolle wie in der Vorsaison. Aber das ist wohl heuer nicht zu erreichen. Zum einen, weil die Leistungsdichte in der jetzigen Liga aus drei Ober- und sechs Regionalligisten sowie dem EC Atlantis Ulm/Neu-Ulm höher als zuvor einzustufen ist und zum anderen, weil bei den Memmingern ein rigoroser Sparkursus gefahren werden soll. In der vergangenen Runde konnte das finanzielle Aus (Verbindlichkeiten von 56.000 Euro) nur knapp verhindert werden. Bereits die Erfüllung der Oberliga-Lizenz (Vorlage einer Bankbürgschaft in Höhe von 25.000 Euro und der Vorlage von Werbeverträgen im Wert von 20.000 Euro) waren für die Memminger Wölfe eine hohe Hürde, die jedoch mit vereinten Kräften gemeistert werden konnte. Kommen wir nun zum traurigen Ende der Wölfe: Vor der Saison beliefen sich die Schulden des EHC Memmingen noch auf 72.000 Euro, nach der Saison waren es 150.000 Euro. Am 07.05.2003 stellte Herr Mayer (Vorstand des EHC Memmingen) deswegen beim Amtsgericht einen Insolvenzantrag, das Insolvenzverfahren (2 IN 85/03) wurde am 11.07.2003 eröffnet. Als Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Mathias Dorn eingesetzt, der schon die Insolvenz beim Eishockey-Klub EA Kempten erfolgreich abgewickelt hatte. Zur Rettung des Oberliga-Eishockeys wurde die "Memminger Wölfe GmbH" (HRB 11855) gegründet, welche den Spielbetrieb der 1. Mannschaft übernehmen sollte. Am 30.06.2003 hieß es dann, daß weder der EHC Memmingen (als Stammverein) noch die Memminger Wölfe GmbH für die Saison 2003/2004 eine Oberliga-Lizenz erhalten haben. Am 03.07.2003 war schließlich von einem Start in der Bezirksliga die rede (welcher vom BEV aus auch möglich gewesen wäre), ehe dann Ende Juli das endgültige aus kam. Die Memminger Wölfe GmbH wurde schließlich am 19.10.2005 wieder aus dem Handelsregister gelöscht. Die Zukunft von Nachwuchs/Damen war jedoch gesichert, nachdem sich der ECDC Memmingen bereit erklärt hat, diese Mannschaften zu übernehmen. Am 11.10.2004 fand vor dem Insolvenzgericht schließlich die Gläubigerversammlung statt. Und so hätte der Kader ausgesehen, mit welchem die GmbH in der Oberliga 03/04 hätte antreten wollte: Marcus Abrahamson Marc Bartsch Sergej Boldavesko Andreas Börner Tobias Frieß Armin Hartmann Christoph Lerchner Ingo Nieder Manfred Pietsch Mike Spadacini Wolfgang Knoll (Ulm) Martin Ullsperger (EC Peiting) Christopher Eisenlohr (EC Ulm) Jonas Forslund (Gislaveds SK) Stephan Kaiser (Deggendorfer SC) Andreas Klundt (Augsburger EV) Thomas Korte (Augsburger EV) Rudolf Schmunk (KEV Hannover) Roman Schreyer (Deggendorfer SC) Michael Winnerl (SB Rosenheim) Trainer: Magnus Roupe (Gislaveds SK) |