In der Saison 2001/02 sollte die Memminger eine gute Rolle in der Regionalliga Süd spielen, allerdings mit kleinerem Etat als bisher. In der vergangenen Runde kam der sportliche Endspurt und damit auch der Zuschauerzuspruch zu spät, das Dilemma bei der Besetzung der Ausländerpositionen hinterließ ebenfalls Spuren in der Vereinskasse. Am Ende blieb auch bei den so seriös wirtschaftenden Memmingern ein beträchtliches Minus. Nachdem die Allgäuer jedoch Überraschungsvierter geworden waren, wurden die Ziele hoch gesteckt. Auf jeden Fall wollten "Die Wölfe" Platz drei oder vier erreichen. Um das zu ermöglichen, wechselte Publikumsliebling Peter Lowden hinter die Bande und löste Leos Sulak als Trainer ab. Aufgrund der guten Erfahrung aus der letzten Spielzeit, versuchte man es wieder mit einer Mischung aus routinierten und jungen Kräften über die Runden zu kommen, wenngleich der Gürtel finanziell enger geschnallt werden musste. Die tschechischen Top-Scorer Jiri Cihlar, zum EHC Freiburg, Jaroslav Benak zurück zum EC Peiting, und Roman Mejzlik (Ziel unbekannt) verließen ebenso den Verein, wie das Eigengewächs Martin Löhle, der zum EC Ulm/Neu-Ulm wechselte und der Kanadier Sean Adamick, der zurück nach Kanada ging. Aus Kempten wurden mit Peter Schmid und den ehmaligen Ulmer Spielern Andreas Weißenborn und Andreas Becherer gleich drei Spieler vom Ligarivalen EA Kempten geholt. Richten sollten es vor allem vier Kontingentspieler. Die beiden Kanadier Paolo D'Ambrosio und Mike Melas, sowie der Schwede Marcus Abrahamsson und der ehemalige lettische Nationalspieler Sergejs Boldaveshko. Peter Lowden musste jedoch schnell erkennen, dass er sich zu mindestens mit der Empfehlung vom letztjährigen Ortsrivalen Memminger Indians, dem ehemaligen Ulmer Stürmer D'Ambrosio, total verzettelt hatte. Der Italo-Kanadier brachte nicht das, was man sich von ihm versprochen hatte und musste folgerichtig gehen. Nach dem zu Hause kein einziges Derby gegen die EA Kempten und den EV Ravensburg gewonnen wurde, blieben die Zuschauer fern und der Verein versuchte dies mit Neuverpflichtungen zu kompensieren. Aber auch mit den Kanadiern Derek Switzer vom KEV Hannover, Colin Anders vom Rostocker EC und Peter Westerkamp vom Bundesligisten Bad Nauheim wurde der Sprung unter die ersten Top Vier nicht geschafft. Im Frühjahr 2002 drohte finanziell das Licht auszugehen, was allerdings auch daran lag, daß das übernommene Minus bei Amtstritt des neuen Vorstandsvorsitzenden Christian Mayer höher war, als damals bekannt. Doch die finanzielle Rettungsaktion gelang. Anfang Januar musste dann auch noch das Memminger Eishockeydenkmal Peter Lowden seinen Trainerposten an Erwin Merath (bisherigen Junioren-Coach) räumen. Die Saison konnte vom neuen Trainer als Tabellensechster ordentlich zu Ende gebracht werden. Im Play-off-Viertelfinale wurde sogar der Favorit und Tabellendritter Blue Devils Weiden beinahe in die Knie gezwungen. Im Best-of-five-Modus ging es über die volle Distanz. Nach den beiden knappen Überraschungssiegen, verloren die Allgäuer leider die beiden nachfolgenden und auch das letzte, entscheidende Spiel wurde unglücklich in der Verlängerung mit 3:4 (3:2 n.P., 4:3, 0:3, 3:5, 3:4 n.V) verloren. Mit etwas mehr Glück wäre sogar eine Sensation durch "Die Wölfe" möglich gewesen. Das Zuschauerinteresse wurde aufgrund dieser Leistung noch einmal geweckt und nur zu gerne hätten "Die Wölfe" den Einzug in das Halbfinale geschafft, um noch etwas mehr Geld in die leere Vereinskasse einzunehmen. Klar war jedoch, dass die Mannschaft für die nächste Saison abgespeckt werden musste, was sowohl die Anzahl der Spieler als auch die Bezahlung betrifft. Am 25. Januar 2002 dann ein Schock für alle Wölfe-Anhänger: Dem Verein fehlten rund 50.000 Euro, um die Saison mit +/- Null abzuschließen. Um das Überleben zu sichern, wurde zwar ein Spendenkonto eingerichtet, trotzdem erwägte man den Gang vors Insolvenzgericht. Am 27. Januar veranstalteten einige Mitglieder im Heimspiel gegen den ESC Dorfen eine Unterschriftenaktion, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Diese fand dann am 30. Januar statt. Dort einigten sich die 132 erschienenen Mitglieder (von 648) auf eine einmalige Sonderzahlung von 30 Euro, die Spieler verzichteten auf 20% des Januar, Februar und März-Gehaltes und die Stadt verlangte für Februar und März keine Miete für Halle und Kiosk. |