Die Saison 00/01 bot auf der Ausländerpositon ein regelrechtes "Bäumchen-wechsel- dich"-Spielchen: Alles war vorbereitet für die Ankunft der beiden Kontigentspieler aus Kanada (Dave Bourque und Peter Cambell), doch beide konnten (oder wollten) ihren unterschriebenen Vertrag nicht erfüllen. Campbell erhielt einen Vertrag bei einem Farmteam eines NHL-Vereins und auch Bourque wurde ein Engagement bei einer Zweigstelle eines nordamerikanischen Proficlubs in Aussicht gestellt. In einer Blitzaktion wurden innerhalb weniger Tage bereits zwei neue Ausländer verpflichtet. Doch die als Ersatz gekommenen Stürmer Aaron Lewis und Jamie Hogan (beide wurden vom ehemaligen Manager der Lowden-Zwillinge empfohlen) wurden für zu schwach befunden und noch vor dem Punktspielstart ausgemustert und durch Chris Sandau und Sean Adamick ersetzt. Am 11. und 12. November wurde im Rahmen des vom EC Ulm/Neu-Ulm veranstalteten Atlantis-Cup in zwei Spielen der Kanadier Rob Hrystak getestet. Vor Weihnachten wurde dann Chris Sandau wieder nach Hause geschickt, weil man angeblich einen Knüller im Sack hatte. Wurde am 6. November noch die Verpflichtung von Martin Miklik vermeldet, sah es einen Tag später schon wieder ganz anders aus: Martin Miklik zog es vor, trotz gültiger Unterschrift beim EHC Memmingen (angeblich enthielt der vom Slowaken abgeschlossene Vorvertrag eine Kündigungsfrist von zehn Tagen), weiterhin beim ESC Dorfen zu spielen. Die freie Ausländerstelle nahm letztendlich Roman Mejzlik ein. Im zweiten Regionalliga-Jahr der Saison 2000/2001 setzten die Memminger auf eine Mischung aus vielen jungen Gesichtern und einigen Routiniers. Von den bisherigen Kontingentspielern wurde nur Jaroslav Benak weiterverpflichtet, der trotz seiner mittlerweile 38 Jahren zu den großen Stützen in der Abwehr zählte. Bei der Besetzung der jetzt zugelassenen vier Ausländerstellen bauten "Die Wölfe" nun auf die tschechische und kanadische Linie. Neben Publikumsliebling Peter Lowden, der einen deutschen Paß vorweisen konnte, stürmte künftig der Tscheche Jiri Cihlar von Dukla Jihlava und die beiden jungen Kanadier Jamie Hogan und Aaron Lewis. Die dann aber als zu schwach befunden und noch vor Punktspielstart wieder ausgemustert wurden. Als Ersatz wurden ebenfalls zwei blutjunge Kanadier, Chris Sandau und Sean Adamick geholt. Letzter blieb bis Saisonende, Sandau sollte vor Weihnachten 2000 nach Hause geschickt werden. Als Abgänge verzeichneten die Maustädter, u.a. Stefan Steinecker, der seine Laufbahn beendete, Joseph Hayse, der zum ESV Königsbrunn wechselte und die beiden ausländischen Stürmer Petrovka und Kostic, die in den entscheidenden Spielen enttäuscht hatten. Bitter war sicherlich auch der Weggang von Günter Hartmann, in der Vorrunde noch viertbester Scorer der Allgäuer, der sportlicher Leiter bei der EA Kempten werden sollte, jedoch auch der Jagd nach dem Puck bei seinem neuen Verein nachging. In der Vorrunde wurde der EHC die positive Überraschung der Liga. Die Experten von der Fachzeitschrift Eishockey-News tippten die Allgäuer auf den achten Rang und selbst die größten Optimisten im rot-weißen Anhang hätten nie und nimmer mit dem vierten Tabellenplatz gerechnet. Wie knapp "Die Wölfe" den Schlußspurt schafften, zeigt die Bilanz: Nur ein Punkt fehlten dem Tabellenfünften ERV Schweinfurt und anstellte des EHCs wären die Unterfranken in die Relegation zur Oberliga Süd an den Allgäuern vorbeigezogen, so konnten aber überglücklich die Allgäuer in die Play-offs einziehen. Die freie Ausländerstelle von Sandau besetzte schließlich Roman Mejzlik, der beim Nord-Oberligisten ESC Dresden überzählig war und den Trainer Leos Sulak gerne schon früher gehabt hätte. Mejzlik verstand sich blind mit Top-Stürmer und Top-Scorer Jiri Cihlar und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass "Die Wölfe", die fast aussichtslos dem vierten Platz hinterherhinkten, doch noch im Endspurt in die Play-offs rutschten. Zwar verloren dort die Memminger im Best-of-five-Modus gegen den Oberliga-Neunten, ERC Haßfurt, die ersten zwei Spiele eindeutig und schnell sowie das dritte Spiel unglücklich nach Penalty-Schießen (7:3, 5:1, 5:4 n.P.), aber dies war nicht ganz so tragisch. Der Club verpasste dadurch zwar den Aufstieg zur Oberliga Süd. Da aber alle vier Regionalligsten (Blue Devils Weiden, EV Ravensburg und der EHC Klostersee) in den Play-offs an den Oberligisten scheiterten, die Dominanz der Oberligisten und die gleichermaßen Unterlegenheit der Regionalligisten somit eindeutig war, wurde das Scheitern nicht überbewertet. |