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Geleitwort

Was ich hier allen Trägern des Familiennamens Guggemos, insbesonders denen, die zur Seeweiler Linie gehören, aber darüber hinaus auch allen Freunden familienkundlicher Forschung vorlege, ist ein kleiner Teil eines viel umfassenderen Werkes, das sich mit der Erforschung der großen Allgäuer Sippe der Guggemos befaßt. Ich weiß, ich habe mich damit für mein Alter mit einer schweren und zeitraubenden Aufgabe belastet. Leider haben bis jetzt nur wenige Guggemos eigene Forschungen über ihre Familie angestellt, die mir meine Arbeit hätten erleichtern können. Es gibt auch einige Guggemos, die meine Anfragen und Erhebungsbogen vollkommen unberücksichtigt gelassen haben, und andere haben den Erhebungsbogen nur nach wiederholten Anmahnungen zurückgeschickt und meist wußten sie über ihre Familie herzlich wenig. Mich haben sehon als Schulbub meine Vorfahren brennend interessiert; durch Befragung meiner Großeltern konnte ich mir eine Grundlage für die spätere Forschung schaffen. Das Lesen der Deutschen Gaue sollte mir damals schon zeigen, unter welchen Verhältnissen meine Vorfahren gelebt haben. Aber schon bald führte mich das Studium am Gymnasium und an der Universität weg von der Heimat. So wurde die Forschung zurückgedrängt. Der 1. Weltkrieg und dann die berufliche Tätigkeit zunächst in Nord- und Westdeutschland und schließlich wieder in Bayern als Jugendamtsleiter ließen mir wenig Zeit für heimat- und familienkundliche Forschung. Nun galt meine Freizeit der Beschäftigung mit den Problemen der Jugend, zu denen ich in Vorträgen und über 6o Veröffentlichungen Stellung genommen habe.

Erst als ich 1955 in den Ruhestand trat, konnte ich mich ernstlich meiner Liebhaberei zuwenden. Heimat- und Familienforschung gaben nun meinem Leben einen neuen Inhalt. Zunächst war es die so reiche Geschichte des Füssener Landes, die mich fesselte. Die Ergebnisse meiner Forschung habe ich in Vorträgen und zahlreichen Veröffentlichungen den Bewohnern des Füssener Landes zur Kenntnis gebracht. Allmählich hat sich aber auch die familienkundliche Forschung wieder mehr in den Vordergrund gedrängt. Jetzt soll noch veröffentlicht werden, was ich über die Guggemossippe im Laufe der Zeit gesammelt habe, und zwar soweit möglich nach Linien geordnet. Eine Linie, die Rindegger, ist bereits im Frühjahr 1977 im Druck erschienen. Und nun kommt als Band II die Seeweiler Linie daran, die beträchtlich umfassender ist und der auch ich angehöre.

Zunächst sei aber auf einige unguten Erfahrungen verwiesen, die die private Forschung stark beschweren. Die Staats- und Gemeindearchive, die man bei der Forschung immer wied.er benötigt, stellen bei Besuchen ihre reichen Archivalien ernsthaften Forschern gern zur Verfügung. Wem es aber nicht möglich ist, die benötigten Archivalien selbst einzusehen, wird auf Anfrage nur zu oft mit der Antwort abgespeist, daß wegen Arbeitsmangel die Beantwortung der Anfrage nicht möglich sei. Will man Archivalien zur Einsichtnahme zugeschickt, dann sind die Versendungs- und Versicherungskosten hin und zurück so hoch, daß sie für den privaten Forscher kaum tragbar sind. Einwohner-, Standes- und Grundbuchämter verschanzen sich oft hinter dem Amtsgeheimis, geben keine oder nur unzureichende Auskunft, und verlangen dafür meist noch beträchtliche Gebühren. Pfarrämter, die die für die Familienforschung wichtigen Matrikeln über Taufen, Trauungen und Todesfälle führen, gewähren den Forschern wohl Einsicht. Auf schriflichen Anfragen bekommt man von manchen jedoch überhaupt keine Nachricht; andere lassen die Anfragen oft monatelang ja sogar über Jahre hindurch unerledigt liegen. Daß die Pfarrer heute, wo sie oft 2 Pf'arreien zu betreuen haben, wenig Zeit für die Erledigung der Anf'ragen haben, sei ohne weiteres zuzugeben. Bei gutem Willen ließe sich aber doch etwas machen; denn eine Reihe von Pfarrherrn erledigen trotz vieler Arbeit die Anfragen prompt und ausführlich. Durch all diese Mißstände wird die private Forschung, die doch auch dem Woh1e der Allgemeinheit dient, erschwert, ja vielfach unmöglich gemacht.

Unter diesen Schwierigkeiten hatte auch ich zu leiden. Trotzdem ist es mir gelungen, viel über die Sippe der Guggemos su sammeln. Alles zu erfassen, wird. keinem Porscher möglich sein. Manches was ich hier vorlege, könnte noch ergänzt und weiter geklärt werden. Aber bei meinem hohen Alter kann ich nicht warten mit der Veröffentlichung, da sonst die Gefahr besteht, daß das verloren geht, was ich gesammelt habe. So hoffe und wünsche ich, daß meine Arbeit über die Seeweiler Guggemoslinie den Trägern des Namens und vor allem den zur Seeweiler Linie gehörenden Familien Freude bereitet. Mir bleibt jetzt noch die Pflicht allen staatlichen, gemeindlichen und kirchlichen Stellen, die meine Arbeit durch ihre Hilfeleistung gefördert haben, meinen verbindlichen Dank auszusprechen. Mein besonderer Dank gilt denen, die aus Liebe zu Heimat und Familie sich zur Durchführung von Erhebungen in ihnen nahe gelegenen Gemeinden und Pfarreien bereit erklärt haben und mir damit wertvolle Dienste geleistet haben; unter ihnen seien besonders hervorgehoben die Familienforscher Emil Schmiedl in Görisried und Emil Schneiderhan in Weilheim. Mein besonderer Dank gilt auch Frau Marianne Huber in Murnau, selbst eine geborene Guggemoos, für die kostenlose Übernahme der Reinschrift dieser umfangreichen Arbeit.

 

Füssen 1977

                        Der Verfasser:

                                                Dr. Georg Guggemos